Dieser Umstand und das für Ende Februar ausgezeichnete Wetter zogen 6.500 Zuschauer an, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Die Ausgangspositionen ließen einen leichten Vorteil für Union ausmachen, lediglich die Tabellenplatzierung schien die Ostfriesen leicht im Vorteil zu wähnen.
it diesem Nachmittag starten.Es war durchaus abzusehen, dass es ein enges, mit wenigen Torchancen gespicktes Spiel werden würde, was allerdings die erste Halbzeit dem geneigten Zuschauer bot war durchaus rar. Bei beiden Mannschaften waren unübersehbare Abstimmungsprobleme zu konstatieren. Auch ein Dustin Heun (1.FC Union) schien völlig in der Luft zu hängen. Die erwartungsgemäß gut eingestellte Kickers-Abwehr ließ anfangs so gar nichts für den bulligen Stürmer der Köpenicker zu. Man registriert schon, viel passierte bis zur 29. Minute nicht in diesem, ja, nennen wir es ruhig Spitzenspiel. In der 29. Minute gab es dann einen Freistoß für Union. Hier setzte Mattuschka eine erste Duftmarke. Der Ball überbrückte 25 Meter, bis er am Lattenkreuz landete und von dort wieder zurück ins Feld prallte. Gäste-Keeper Rickert wäre wohl oder übel geschlagen gewesen, denn er zeigte keinerlei Reaktion, sondern konnte dem Geschoss nur noch seinen flehenden Blick zu werfen. Wer nun damit rechnete, dass es ein Hauruck-Effekt darstellte, der sah sich bitter getäuscht. Wieder war das Spiel von Fehlpässen geprägt. Der Gastgeber versuchte u. a. mit weiten Bällen zum Erfolg zu kommen, diese landeten jedoch all zu oft in den Armen des Schlussmanns der Emdener. Wer bis dahin nun mehr vom Spielt hatte – schwer zu diagnostizieren. Ich schlage mich auf die Seite derer, die den 1. FC Union in dieser Statistik hauchdünn vorne gesehen haben. Und das obwohl die Kickers in der ersten Halbzeit nur eine nennenswerte Chance zu verzeichnen hatten. Tornieporth setzte seinen Versuch nur knapp neben den Kasten von Jan Glinker. Nun, da dies in der 43 Minute geschah stellte man sich auf den Rängen kollektiv auf den Halbzeitpfiff und den obligatorischen Gang zu den Bier - und Würstchenständen, sowieso auf den einen oder anderen Plausch ein. Allerdings wurde man je aus den Pausenvorbereitungen gerissen. Zum wiederholten Male handelte es sich um einen Freistoß, getreten von, na klar, Mattuschka. Vorbildlich in den Strafraum geschlagen zum Tor verwertet, nach dem das Gast den Ball nicht aus dem 16-Meterraum bekam. Ich sah Löring als Torschützen, jedoch scheint es sich wohl um Ruprecht gehandelt zu haben, wenn man dem offiziellen Bericht zum Spiel trauen möchte. Wie auch immer, das Tor wurde nicht gegeben, da der Leipziger Schössling ein Handspiel eines in der Mauer platzierten Emdeners gesehen haben will. Das bedeutete die gelbe Karte und ein neuer Freistoß wurde es ausgeführt, allerdings versetzt, nämlich an der Stelle, an der der Regelverstoß begangen worden war. Und das waren ca. 18 Meter vor dem Kasten der Kickers. Es war gleichzeitig der letzte Spielzug in der ersten Hälfte. Mattuschka lief an, relativ kurz, und versenkte die Murmel mustergültig im rechten Toreck. Der Ball passte wunderbar, Rickert flog vergeblich, der Jubel anschließend verdiente sich ebenfalls Höchstnoten.
Mit einem Paukenschlag ging es demnach in die Pause, in bei herrlichstem Wetter geführte Partie.
Aus der Kabine gekomm
en war den Eisernen anzusehen, dass sie sofort nachlegen wollten. Die Aggressivität klebte auf dem Etikett des Spiels der Unioner, die nun mehr Druck entfachten. Mitten in diese Drangphase schlich sich jedoch wieder ein schwerwiegender Abwehrschnitzer, der die 100 % Chance von Vujanovic zur Folge hatte. Dieser tauchte völlig frei vor Glinker auf, denn bei zwei Unionern (Göhlert und Schulz wie es ich es zu erkennen glaubte) schienen zu Zuteilung nicht zu stimmen. Wie auch immer, Glinker rettete in Weltklassemanier gegen den Topangreifer aus dem Norden. Auf der anderen Seite verpassten sowohl Manttuschka, als auch Heun die Vorentscheidung. Und wie es so kommen musste – es sollte bestraft werden. In der 75 Minute fiel ein Spieler der Gäste im Strafraum mit ausgebreiteten Armen ins saftige Grün. Ein Pfiff, eine klare Entscheidung, Strafstoß. Gebhardt hatte sicherlich Tuchfühlung zum gegnerischen Spieler aufgenommen, unweigerlich, allerdings war diese so gering, dass aus einem Fall dieser Kategorie nicht unbedingt ein Elfmeter resultieren muss. Jedoch, er wurde gegeben. Enrico Neitzel lief an und Glinker hielt. Rechts unten, diese Ecke visierte der Mann im blauen Jersey an und schoss den Elfer erschreckend schwach, was allerdings die Leistung von Glinker in keinster Weise schmälern soll – im Gegenteil. Für mich war es eine Prämiere. Das erste Mal, dass ich sah, dass Glinker einen Strafstoß hielt, seit ich ihn in der ersten Mannschaft sehe. In jedem Fall sollte diese Aktion seine Psyche stärken und ich noch mehr motivieren. Diese Motivation braucht er allerdings auch, je älter das Spiel wurde. Emden entfachte großen Druck und lief unermüdlich gegen das Berliner Bollwerk an. Gäste-Coach Emmerich zog alle Register und schöpfte sein Wechselkontingent komplett aus. Zwischen der 80. und 90. Minute spielten nur die Kickers. Union versuchte das Ergebnis über die Zeit zu schleppen. Es sollte sich als schwere Last erweisen. Am Ende musste Glinker mehrmals eingreifen. Im letzten Angriff des Spiels wäre er nach einer Faustabwehr wohl geschlagen gewesen. Den Nachschuss klärte der zum wiederholten Mal starke Gebhardt, der sich durch einige souveräne Tacklings und Spielzüge auszeichnete. Dann war auch bald Schluss.Mit einer couragierten Leistung erkämpft der 1.FC Union drei Punkte im Spitzenspiel und schiebt sich auf einen Punkt (Werder Bremen II führte die Tabelle an, besitzt als Amateurteam aber keine Aufstiegsberechtigung in Liga zwei) an die Aufstiegsplätze heran. Das Augenmerk sollte auch dem Abstand nach unten gelten, zu Platz elf. Und dieser beträgt 5 Punkte.
Nach dem Spiel gab es faire Gesten zwischen den Mannschaften und die Analyse (?) zwischen den alten Bekannten Uwe Neuhaus und Emmerich.
Nun heißt es beim Tabellenschlusslicht in Wolfsburg eine gute Figur abzugeben, denn am 8. März reisen die Braunschweiger nach Berlin.
Gespannt fiebern sie beim 1.FC Union dem ersten Punktspiel zu Hause im neuen Jahr entgegen. Gegenüber stehen werden der Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus die Kickers aus Emden, die auch in dieser Spielzeit wieder mit um die Plätze an der Sonne spielen. Hierbei fiel immer wieder auf, dass der Gast seine Siege in italienischer Manier einfuhr. Oft reichte den Ostfriesen ein 1:0. Dieses Tor konnten sie in einer beachtlichen Anzahl ihrer Spiele über die Zeit bringen und damit die Punkte auf der Habenseite verbuchen, was darin gipfelte, dass sie nun auf dem vierten Tabellenplatz stehen – mit direkter Tuchfühlung auf die Aufstiegsplätze. Man sollte also vorgewarnt sein beim 1.FC Union. Am vergangenen Samstag starte man mit einem 1:1 gegen den Nachwuchs aus Dortmund in das neue Punktspieljahr. Für die Köpenicker, die das Ziel zweite Bundesliga noch nicht ganz auf den Augen verloren zu haben scheinen ein annehmbares Resultat. Standen die Jungdortmunder doch vor diesem Spieltag auf Rang vier der Tabelle und versprachen somit eine harte Nuss für die Hauptstädter zu werden. Marco Gebhardt konnte die Führung der Dortmunder aus der 40. Minute erst in der zweiten Halbzeit via sicher verwandelten Elfemeter egalisieren. Doch nach diesem Spiel war nicht nur die Punkteteilung perfekt, sondern auch der Sieger des verbissen geführten Duells um den Platz im Sturm neben Nico Patschinski gefunden: Dustin Heun. Der aus Lübeck in der Winterpause verpflichtete baumlange Stürmer bekam den Vorzug vor Shergo Biran und Karim Benyamina. Letzterer scheint die geringsten Aussichten auf einen Stammplatz in der Rückrunde zu besitzen. Gegen die defensiv starke Mannschaft aus dem hohen Norden werden (natürlich immer wetterabhängig) ca. 6.000 Zuschauer erwartet. Anpfiff der Partie wird um 14 Uhr sein. Es darf natürlich nicht unerwähnt bleiben, dass sich ein Blick auf die Tabelle mehr als nur lohnend auf das Selbstbewusstsein der Mannschaft auswirken dürfte. Den 2. trennen vom 9. Platz, auf dem Union derzeit rangiert, verschwendend geringe 3 Punkte. Gewarnt ist man in Köpenick, denn die letzten beiden Punktspiele gegen die Kickers gingen verloren. Man unterlag jeweils mit einem Tor Differenz. Nach dem aus Dortmund ein Punkt entführt werden konnte sollte nur angestrebt werden mindestens einen Punkt aus dem Heimspiel zu schlagen, wenn nicht sogar den viel zitierten „Dreier“ einzufahren. Es geht insgesamt so aufreizend eng in der Tabelle zu, dass Misserfolge schnell dazu führen können, dass man aus der Aufstiegszone ins graue Mittelfeld der Liga rutscht. Dies entspricht jedoch nur teilweise der Realität. Ein klassisches Mittelfeld gibt es auf Grund der Qualifikation für die neue eingleisige dritte Bundesliga nicht. Die ersten beiden Plätze der Regionalliga berechtigen zum Aufstieg in die zweite Bundesliga, Platz 3. bis 10. bedeuten für die Vereine 3. Bundesliga. Alles was sich dahinter befindet stellt die Abstiegszone dar.