Donnerstag, 30. Oktober 2008

Die schweren leichten Spiele

Der doppelte Benyamina.

Auch in Stuttgart trifft Karim wieder zweifach und erzielte Saisontore Nummer 6 und 7.Allerdings, das ganze nach 31. Minuten, wird diese 2:0-Fürhung schnell wieder hinfällig, da der Schiedsrichter, der Unparteiische, zwei Elfmeter innerhalb kürzester Zeit den Kickers aus Stuttgart zuspricht, die diese konsequent in Persona von Torjäger Vaccaro verwerten. Bis zur Pause ein relativ ausgeglichenes Spiel mit Vorteilen für die Kickers, die die dickeren Chancen verbuchen können. In der zweiten Halbzeit wiegt das ganze hin und her. Mattuschka mit einer tollen Chance, aber auch die Gastgeber stehen dem Spitzenreiter in dem Fall nichts nach. Bereits Minuten nach Wieder Anpfiff treffen sie die Latte, um eine Szene zu nennen. Letzter gegen Erster, nur, dass diesmal Union der Spitzenreiter ist.
Diese Situation gab es, nur mit umgekehrten Vorzeichen schon einmal, nur, dass Union im Herbst 2004, genauer gesagt am 13.11.2004, die Eintracht aus Braunschweig empfing und selbst im Abstiegssumpf steckte. Auch in diesem Spiel wurde anschaulich gemacht, wieso sie theoretisch beim Blick auf die Tabelle so einfach erscheinen, es in der Praxis aber gar nicht sind. Damals gewannen die Braunschweiger nur auf Grund dessen, dass Union selbst schwere Patzer ins Spiel einbaute. Der Siegtreffer durch Fuchs viel nach einem haarsträubenden Fehlpass von Boden in die Füße eines Angreifers der Eintracht.
Insgesamt war man damals, ich kann mich noch sehr gut an dieses Match erinnern, obwohl man in der Tabelle so weit unten stand, mindestens ebenbürtig. Es ist die Psychologie gewesen, von der man den Anschein hat, dass sie die Tabelle in den Köpfen der Spieler umdreht. Die Gäste waren nach dem Punktgewinn überglücklich und hatten wohl nicht mit solch intensiver Gegenwehr durch den abgeschlagenen Club gerechnet.
Und genauso stellte sich die Situation im Spiel gegen die Stuttgarter dar. Union kam als Tabellenführer und musste am Ende noch um den einen Auswärtspunkt zittern – verrückt. Allerdings spielte diesmal auch ein Referee eine – ganz vorsichtig formuliert – relevante Rolle, die es überhaupt erst ermöglichte, dass die Gastgeber ins Spiel kamen.
Denn der erste Elfer war einer der Marke „Kannst-du-geben-musst-du-aber-nicht“, was den Zweiten angeht, da waren sich selbst die Stuttgarter im Forum einig, schaut die Situation etwas anders aus. Die einen sprechen von Handspiel, die anderen von einem Schubser, den Younga seinem Gegenspieler Gambo mitgegeben haben soll, als Motiv für die Entscheidung des Pfeifenmannes. Warum er auf den Punkt zeigte wird wohl sein Geheimnis bleiben – leider.
Am Ende muss man der Truppe um Gebhardt Tribut zollen, dass sie nicht eingebrochen sind, denn gegen solche Tatsachenentscheidungen ist man machtlos, denn das Männchen im gelben Hemd hat immer Recht – die wichtigste Regel im Fußball. Insofern haben sich die Jungs prächtig geschlagen und das möchte ich bitte in Formvollendung und diesmal einem erfahrenen Referee (Kempter, Weiner oder die Gagelfrau), gegen Düsseldorf sehen. Da weiß man, dass ein verdammt dicker Brocken auf der Straße liegt, den es wegzuräumen gilt und wenn das glückt, dann kann man ganz entspannt die letzten Spiele im November und Dezember angehen. Und die zweite Saisonniederlage wird irgendwann sowieso kommen. Gesetz der Serie und so – aber bis dahin wird fleißig gepunktet!

Montag, 27. Oktober 2008

Finale Furios – Union dreht das Spitzenspiel gegen Paderborn in Unterzahl

3:2-Sieg – Mit einem Mann weniger die Tabellenführung errungen.


Sie standen schon vorher, sie alle.Die Ränge, auch die Gegentribühne, sie alle verneigten sich vor einer Mannschaft, die über eine halbe Stunde in Unterzahl agieren musste. Das Spitzenspiel der 3. Liga zwischen dem Tabellenzweiten, dem 1. FC Union und dem Spitzenreiter, SC Paderborn. Schon vor Anpfiff deutete sich an, dass die Ränge in diesem Match besser ausgefüllt sein würden. Offiziell werden es 7.500 Zuschauer gewesen sein, die das Spiel verfolgten. Rein optisch, das möchte ich noch nachschieben, waren es ca. 8.000. Aber das nur am Rande. Denn der Stimmung tat das keinen Abbruch. Das Spiel der Unioner in diesem Gipfeltreffen lässt sich lässig und vor allem schnell erzählen. Trainer Neuhaus sprach nach dem Spiel davon, dass die Mannschaft das Spiel „vom Kopf her gar nicht richtig angenommen hat“. Er referierte darüber, dass seine Schützlinge in den Zweikämpfen „immer zweiter Sieger“ waren, dass die so genannten zweiten Bälle fast immer bei den Gästen aus Paderborn landeten. Zwar hatte Benyamina vor dem führen 0:1 ebenfalls eine Chance, aber diese war eine sehr rar gestreute. Denn von nun an spielte der Gast souverän seinen Stiefel runter. Man könnte das so artikulieren: Im Stile einer Spitzenmannschaft. Lindemann hatte nach ca. 23 Minuten noch eine gute Szene, in der Jan Glinker noch mal nachfassen musste. Aber für den Rest der ersten Halbzeit überließ man Union die Aufgabe zu agieren und schaute sich das aus einer sicheren Defensive an. So kam es, dass Union bis zum Strafraum ab und zu sogar ganz ordentlich kombinierte, woraus auch Schusschancen resultierten. Diese stellten aber alle samt nicht die großen Gefahren für den Kasten des Gäste-Torwarts Jensen dar.
Für die zweite Halbzeit nahm Uwe Neuhaus einen immens wichtigen Wechsel vor.Yussuf Dogan musste seinen Platz räumen für Torsten Mattuschka. Und dieser brachte auch sofort mehr Schwung ins Spiel. Auch hier bedarf es einer kleinen Klarstellung. Es war nicht überschwänglich viel Schwung, aber eine Steigerung im Vergleich zur ersten Halbzeit. Union erarbeitete sich jetzt Tormöglichkeiten. Blieb allerdings weiterhin recht glücklos. In der 61. Minute sah dann Bemben, der in den Strafrum geschickt wurde, die Ampelkarte, da er statt des Balls die Beine seines Gegenspielers traf. Diese Entscheidung war korrekt, was allerdings nicht darüber hinwegtäuschen konnte wie unsicher sich der Unparteiische in manchen Situationen präsentierte. So ließ er den darauf folgenden Freistoß unter gellendem Pfeifkonzert vor zitternden Knien gleich noch mal ausführen, obwohl er regelkonform ausgeführt wurde. Zu allem Überfluss zeigte sich Paderborn zum zweiten Mal an diesem Nachmittag unerhört kaltschnäuzig, als sie in der 66. Minute das scheinbar vor entscheidende 0:2 erzielten, womit das Match gelaufen schien. In der 74. Minute dann ein lichter Moment des Kapitäns Marco Gebhardt, der Benyamina auf die Reise geschickt hat und dieser macht es unnachahmlich. Lässt einen Abwehrspieler ganz lässig aussteigen, dieser war auf einmal nur noch in der Zuschauerrolle, und dann ließ er diesem optischen Leckerbissen den nächsten folgen. Nerven wie Stahl, frei vor Jensen, zimmert er den Ball halbhoch in den Kasten. Der Anschlusstreffer in Unterzahl und Union wollte jetzt mehr! Das riss Löcher, da ja mit dem des Platzes verwiesenen Bemben ein Außenverteidiger fehlte. In er 76. Minute vergaben die Paderborner die klarste Chance zum 3:1. Was jetzt passierte war ein einziger Sturmlauf der Unioner. Der bis zur 74. Minute für den verletzten Ruprecht ebenfalls sehr unsichere Menz (19 Jahre) holte jetzt gegen zwei Gegenspieler einen Freistoß heraus. Diesen brachte der in dieser Phase bärenstarke Mattuschka auf en zweiten Pfosten, wo Nico Patschinski goldrichtig stand und nur den Kopf hinhielt und den Ball zum nicht für möglich gehaltenen Augleich ins Tor nickte. Die Ränge explodierten nun verständlicher Weise. Ebenso der Schütze.
Schon die Laufbereitschaft signalisierte nun, dass der Gastgeber hier die Sensation – so kann man es ruhig um schreiben – witterte.
Was soll man groß den Satz ausschmücken – es passierte tatsächlich!Ein Einwurf von Kohlmann wurde von Gebhardt zurück auf den Außenverteidiger gelegt, dieser brachte einen hohen Ball in Richtung Jensen und Menz wuchtete seinen Körper in die Luft, kam wohl nicht ganz an den Ball, zog aber damit zwei Verteidiger auf sich, die auf einmal völlig orientierungslos waren und somit war der durchstartende Karin Benyamina „durch“ wie man so schön sagt. Alleine lief er auf Jensen zu und ließ dem Gästekeeper nicht den leisesten Hauch einer Abwehrchance. Überlegt schob er den Ball in die lange Ecke und schien es selbst nicht ganz zu realisieren.
Danach brachen „alle Dämme“ und Union drehte auf der Zielgeraden ein Spiel, was schon verloren war in Unterzahl! Der Präsident persönlich war zur Trainerbank gestürmt, um der Mannschaft und dem Trainerstab zu gratulieren. Auch er wohl noch im Bilde der sicheren Niederlage vor den magischen 13 Minuten, die das Rund in einen kleinen Hexenkessel verwandelten.
Doch in der PK nach dem Spiel gab es dann wieder den bodenständigen Neuhaus zu hören. Und das ist gut so, denn er mahnt all die, die noch im Siegesrausch verweilten, denn schon am Dienstag, also morgen steht ja das Meisterschaftsspiel in Stuttgart, gegen den mit 4 Punkten und keinem einzigen Sieg, Tabellenletzten auf dem Programm. „Wir sind vom Jäger zum Gejagten geworden und haben am Dienstag ein wahnsinnig schweres Spiel.(…) da liegt der Teufel im Detail“, so der Übungsleiter. Und wie Recht er doch damit hat, denn sind es gerade die Ensemble, die scheinbar so einfach zu knacken sind, die sich dann als Stolperstein erweisen. Zumal nach so einer turbulenten Begegnung wie die vom Samstag. Es gelte sich „körperlich zu erholen, von der Wahnsinns Arbeit, die wir geleistet haben“, gab der Coach zu bedenken. Man möchte gerade von der Psyche her fit für dieses Spiel sein.
Gegen Stuttgart werden Trainer Neuhaus Personalsorgen plagen, denn Michael Bemben wird nun das obligatorische eine Spiele gesperrt und Ruprecht wohl noch nicht einsatzfähig sein. Das heißt, dass der junge Menz mit hoher Wahrscheinlichkeit zu seinem zweiten Einsatz in der Startelf von Anfang an in der 3. Liga kommen wird. In der letzten Saison stand Menz zwei Mal von Anfang an in der damals noch Regionalliga Nord in der Anfangsformation.
Unioner, zeigt uns, dass ihr die Serie ausbauen könnt!

Sonntag, 19. Oktober 2008

Weiter, immer weiter….nach oben!

Auch in Bremen bleibt Union nicht zu schlagen und bringt drei Punkte mit in die Hauptstadt

Eine Serie fand am Sonntag seine Fortsetzung.
Neun Mal in Folge konnte der 1.FC Union in der 3. Liga nicht bezwungen werden.
Auch die Amateure des SV Werder Bremen vermochten es nicht im hohen Norden, auf „Platz 11“ des Geländes am Weserstadion, dem ein Ende zu setzten. Zu stark scheint das Nervenkostüm der Mannschaft zurzeit zu sein. Nach dem man nach einem 0:0 zur Halbzeit in der zweiten den ersten Treffer durch Patschinski gesetzt hatte, folgte sogleich auch der zweite durch den wieder genesenen Karim Benyamina. Ein Doppelschlag in nur 8 Minuten, der das Spiel am Ende entscheiden sollte. Auch der Anschluss änderte folglich nichts mehr am Sieg der Berliner, die nunmehr auf dem 2. Platz angekommen sind. Man strotzt nur so vor Selbstbewusstsein aus den letzten Spielen, das war den Kickern schon beim 3:0-Sieg zu Hause gegen Aalen anzumerken. Lange mussten sie ausharren, um ihre Chance zu erlangen, die dann eiskalt verwertet wurde. Und auch gegen die Youngstar der Bremer hieß es zur Halbzeit Ruhe zu bewahren. Denn in Bremen hatte der 1.FC Union, mit Rückblick auf die letzte und auch vorletzte Saison nicht gut ausgesehen. Auch die Regionalliga Saison 2004 / 2005 bildet da keine Ausnahme: Auch in dieser Spielzeit verlor man auf Platz 11 gegen die Mannschaft von Thomas Wolter. In dieser Saison nun konnte man den Spieß also endlich umdrehen, den Bock umstoßen – wie auch immer, die drei Punkte heil nach Berlin transferieren und hierzulande für ein kleines bisschen mehr Euphorie sorgen. Auch mit sieben Gegentoren stellt Union weiterhin die sattelfesteste Abwehr der Liga. Seit dem 2. August, dem Sieg gegen Stuttgarter Amateure, zeigte die Kurve kontinuierlich nach oben. Nicht immer in der identischen Intensität, aber es geht voran in Köpenick. Selbst eine Niederlage gegen Paderborn, den Tabellenführer, den man am nächsten Samstag erwartet, würde die Stimmung nicht entscheidend in die falschen Bahnen lenken können. Zu konstant waren die Leistungen in den letzten über 2 Monaten. Auch im Berliner Landespokal war das Team um Uwe Neuhaus am letzten Wochenende (Punktspielpause wegen WM-Qualifikation) erfolgreich. Der Bezirksligist Grünauer BC konnte mit 6:0 bezwungen werden, womit sich Union in die dritte Runde des Wettbewerbs schob. An dessen Ende mit dem Pokalgewinn die Teilnahme am DFB-Pokal steht. Nach dem Spiel gegen Paderborn steht für den 1.FC Union wieder ein langer Weg bevor. Es geht nach Stuttgart Degerloch, um dort im Gazi-Stadion gegen die Kickers aus Stuttgart anzutreten. Den aktuellen, sieglosen, Tabellenletzten. Aus 10 Spielen holten die Schwaben 4 Zähler, also Punkteteilungen. Doch damit muss sich Union vorerst nicht beschäftigen. Die ganze Konzentration und Vorbereitung muss nun auf Paderborn abgestimmt werden. Ein Team, welches man ebenfalls aus der Saison 2004 / 2005 kennt. Damals begegnete man sich allerdings mit Nichten auf Augenhöhe. Union kassierte eine verdiente 0:2 Heimpleite und verschoss, so zu sagen als I-Tüpfelchen, auch noch einen Elfmeter. Jedoch ist das alles Vergangenheit und liegt mittlerweile über 4 Jahre zurück. Seit dem traf man in Pflichtspielen nicht mehr aufeinander. Der 1.FC Union stiegt sang- und klanglos in die Oberliga ab und Paderborn stieg in die zweite Liga auf. Die gegensätzlichen Entwicklungen sollten bald korrigiert sein, wie man heute eindrucksvoll vorgeführt bekam. Paderborn verließ die zweite Bundesliga, auf Grund sportlicher Defizite im Sommer 2008 wieder und spielt damit nun wie damals mit dem 1. FC Union zusammen in ein und derselben Spielklasse. Nur, dass es in dieser Auflage eine Mannschaft auf dem Rasen geben wird, die mindestens dagegenhalten wird und mit einer Empfehlung von 9 Spielen ohne Niederlage und dem 2. Tabellenplatz aufwarten kann. Sollte das nicht alles abdecken gibt es immer noch einen Marco Gebhardt, der für Leistungsexplosionen und die genialen Spielzüge verantwortlich ist. Trainer Neuhaus kann dem nächsten Spieltag ganz gelassen entgegenschauen. Denn sein Ensemble ist auf einem mehr als passablen weg in die Spitze.

Dienstag, 7. Oktober 2008

8 Mal in Serie

Union bleibt auch im 8. Spiel in Folge ungeschlagen. 3:0 Erfolg gegen Jürgen Kohlers Aalener im Heimspiel vom Samstag. Zeit 4 Jahre zurückzuschauen.

Man kommt aus den positiven Schlagzeilen im Moment gar nicht mehr heraus in Köpenick bzw. außerhalb davon. Denn auch im fünften Heimspiel bleibt der 1.FC Union unbesiegt und feierte gleichzeitig den dritten vollen Punkteerfolg in der aktuellen Saison. Einmal Dogan in der 40. Minute und zwei Mal Shergo Biran in der 72. und 77. Minute sorgten für die Treffer für den Tabellenfünften, der sich nach dem Spiel auf dem Relegationsplatz drei befindet. Über 90 Minuten hinweg kontrollierte der 1.FC Union das Geschehen weitgehend und musste in der ersten Halbzeit aber auch das Glück etwas bemühen, um gegen defensiv gut eingestellte und geordnete Gäste das 1:0 zu machen. In der zweiten Halbzeit investierten die Gäste mehr in ihr Spiel, wurden jedoch von Union konsequent ausgekontert. 5.100 Zuschauer verfolgten das Heimspiel, das Fünfte, welches im Jahn-Sportpark ausgetragen wurde. Noch vor 4 Jahren hat Union zum selben Zeitpunkt ebenfalls einen Lauf gehabt, allerdings einen Negativlauf, der 7 Spiele andauerte, bis man überhaupt wieder einen Punkt ergattern konnte. Ein Vergleich, der zeigt wie unterschiedlich sich das Mannschaftsgefüge im Vergleich zur Saison 2004 / 2005 ist. Auch gestern gab es natürlich nicht nur zwei Torchancen in der zweiten Hälfte für die Unioner, sondern z. B. in der 61. Minute ein eine butterweiche Kopfballvorlage von Kohlmann auf den durchstartenden Patschinski, der alleine für Gäste-Schlussmann Linse auftauchte und scheiterte. Dazu gesellte sich Torsten Mattuschka, der für Dogan eingewechselt wurde und an diesem Tag 28 Jahre alt wurde. Mit einer Energieleistung meldete sich der Mittelfeldakteur und Freistoßspezialist wieder.
Vor der Saison hatte der Verein keine offizielle Zielsetzung für die Saison 2008 / 2009 ausgegeben, doch nach dem Spiel ließ Trainer Uwe Neuhaus ein bisschen tiefer Blicken und sprach davon, dass er davon ausgeht, dass die Mannschaft die Konstanz hat, um ganz oben mitzuspielen und am Ende vielleicht sogar den großen Wurf zu landen. Über 10 Punkte trennen Union nun schon von einem Abstiegsplatz und der Blick geht ganz klar in die oberen Tabellenregionen. Ein kleiner Wehmutstropfen war die gelbe Karte gegen Marco Gebhardt, von der ich nicht vollends überzeugt bin, dass sie rechtens gegeben wurde.
Was in der ersten Halbzeit deutlich auffiel war, dass Union mit defensiv auf- und eingestellten Mannschaften so seine Probleme hat. Sehr auffallend vor allem in den ersten 40 Minuten, in denen Union das Spiel kontrollierte, jedoch nicht zu den ganz großen Chancen kam. Nur in der Anfangsphase gab es einen Eckball, der brandgefährlich wurde und in einen Elfmeter mündete. Denn wenn man genau hinsah (allerdings auch ich registrierte es erst im TV) geht die Hand das Aaleners Steffen Bohl nach der toll getimten Gebhardt-Flanke vorsätzlich zum Ball. Die Proteste vor allem von dem am langen Pfosten lauernden Stuff waren also berechtigt. In der zweiten Halbzeit sahen die Vorstöße des 1.FC Union teilweise, wie schon beschrieben, toll aus und mündeten in den zwei Toren, die alle samt verdient waren. Auch Shergo Biran schickt sich an so weiter zu machen, wie er in der Rückrunde 2007 / 2008 aufgehört hat. Relevant bei ihm vor allem seine unermüdliche Laufbereitschaft. Ging so ziemlich jedem Ball hinterher und störte den Gegner bei Abspielen etc. wo er nur konnte. In der 88. Minute wurde er gegen Youngstar Steven Jahn unter verdienten Ovationen der Zuschauer verabschiedet. Nach dem Abpfiff feierte die Mannschaft dann gemeinsam mit der Gegengeraden diesen „Heimsieg“ und blickt nun auf das Pokalspiel nächsten Samstag gegen den Grünauer BC und auf das Auswärtsspiel die Woche darauf gegen die Amateure des SV Werder Bremen, bei denen man selten etwas Zählbares mitnehmen konnte. Es sollte also eine Herausforderung sein sich auch dort wieder gut zu präsentieren. Die eine Hiobsbotschaft blieb dem 1.FC Union allerdings nicht ganz erspart: Dustin Heun (im Januar vom VfB Lübeck gekommen) muss sich erneut einer Operation unterziehen und fällt mindestens sechs weitere Wochen aus. Im März dieses Jahres zog sich Heun im Punktspiel gegen Rot Weiß Erfurt einen Kreuzbandriss zu und musste lange arbeiten und vor allem viel Geduld mitbringen. Nach dem er vor ca. 2 Wochen wieder mit der Mannschaft trainierte (nach über einem halben Jahr) klagte er wiederholt über Schmerzen.
Die nächsten Wochen werden nun entscheidend im in Hinblick auf die Ausgangsposition für die Rückrunde sein.
Bis zum nächsten Spiel.

Montag, 29. September 2008

Ein Gebhardt für alle Fälle

Am Ende großer Jubel beim zahlreich erschienenem Anhang aus Berlin.
Union kann das zweite Auswärtsspiel hinter einander positiv gestalten und fährt mit 3 Punkten aus Jena zurück in die Wuhlheide, wo man sich auf das Heimspiel gegen den VfR Aalen, am kommenden Samstag vorbereiten wird. Die Vorzeichen sind gut, da Trainer Neuhaus endlich wieder Stürmer zur Verfügung stehen. Auch wenn Dustin Heun wieder Probleme beim Genesungs-Zustand zu haben scheint, wie man der Presse entnehmen konnte. Das Spiel machte mal wieder anschaulich, wie weit sie Mannschaft sich entwickelt hat, vor allem im Umgang mit Drucksituationen. Denn Jena reagierte zuerst nicht wie man es erwartet hatte. Nach dem unter der Woche bekannt geworden war, dass René van Eck (ein völlig unbeschriebenes Blatt) Trainer des Kellerkindes wird, und dieser die Mannschaft gegen Union zum ersten Mal Coachte, hätte man frischen Wind erwartet. Oder zumindest eine Jenaer Mannschaft, die mit Druck in die Offensive geht. Dies ließ jedoch auf sich warten. Stattdessen geizten beide Teams mit gefährlichen Szenen. Erst in der 37. Minute schlug Union eiskalt zu. Und wieder zeichnete sich Kapitän Gebhardt mitverantwortlich dafür, dass Shergo Biran einen Flugkopfball aus spitzem Winkel in die Maschen brachte. Zuvor spielte er mit den Defensivkräften Katz und Maus, bediente Kohlmann wunderbar, der den Ball im Laufen mitnahm und fast von der Grundlinie eine Flanke schlug, die Biran verwertete. Da war sie wieder – die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, die in den Jahren zuvor immer gefehlt zu haben schien. Nicht unbedingt verdient, aber ein Beleg dafür, dass man die Chance die volle Punktzahl in Jena zu ergattern, sprunghaft ansteigen lassen kann.
Die Gastgeber kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine und übernahmen sogleich das Zepter. Folgerichtig viel in der 49. Minute bereits der Ausgleich und es sollte noch besser werden, für die Thüringer. Sie drehten weiter auf und drückten Union in die eigene Hälfte. Hier offenbaren sich wieder die Schwächen der Truppe, die irgendwie wenig entgegenzusetzen haben scheint, wenn der Gegner massiv Verstöße in der Offensive fährt. So kam es, dass z.B. Ziegner (Freistoß) oder auch Hähnge (im Sommer aus Rostock gekommen) gute Szenen hatten, die durchaus zu Toren hätten führen können. Doch dann, nach 20 gespielten Minuten in der ersten Halbzeit, schlug Union wieder zu. Ein Eckstoß, getreten durch (na klar) Gebhardt, fand den Kopf von Christian Stuff, der für Patschinski spielte, und auf einmal stand es 2:1 – Union wieder in Front. Dieses Tor hatte den Effekt, dass Union sich aus der Umklammerung der Gastgeber befreien konnte. Der Zweitligaabsteiger brach nun etwas ein, war aber immer noch nicht endgültig niedergerungen. Neuhaus wollte diesen Vorsprung so wohl über die Zeit bringen und musste in der 81. Minute noch mal den Atem anhalten, als ein Freistoß knapp am Tor von Glinker vorbei strich. Auch die Hauptstädter besaßen eine 1000%-Chance, als Younga in der 94. Minute alleine auf das Tor zu lief, es aber nicht vermochte den Ball an Keeper Krause vorbei zuschieben. Dieser hielt den Versuch und damit stand auch der 2:1-Erfolg des 1.FC Union fest. Der zweite Erfolg in Serie gegen eine Mannschaft aus den neuen Bundesländern, einem s. g. Ostderby. Noch vor 2 Jahren unterlag Union regelmäßig in solchen Vergleichen. Damals hießen die Stolpersteine Dresden, Erfurt und Magdeburg. Doch mit dem Reifegrad steigt auch der Erfolg. Und dieser reflektiert sich in den Zahlen. Die letzten 4 Punktspiele gegen Dresden z. B. konnte Union gewinnen. Eine Serie, die noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wäre. Vor dem Heimspiel am 4. Oktober im Jahn-Sportpark kann Uwe Neuhaus auf sieben Meisterschaftsspiele in Serie blicken, die inzwischen Union ungeschlagen ist. Eine Serie, die man gegen Aalen ausbauen möchte. In Jena konnte man vor allem Selbstvertrauen tanken, so, dass man gegen die von Jürgen Kohler trainierte Mannschaft eine realistische Chance auf ein weiteres Erfolgserlebnis haben sollte.

Donnerstag, 25. September 2008

30 Meterschuss mit Überraschungseffekt

Ein gepflegtes Unentschieden gegen die Eintracht aus Braunschweig bringt Union sportlich nicht weiter. Stellt aber auch keine Tragödie dar.

Am Ende tat der Extraapplaus von den Rängen von der Gegengerade den Spielern sichtbar gut. Auch im sechsten Ligaspiel in Folge baute der 1.FC Union seine Serie weiter aus. Er bleibt ungeschlagen – nur der erste Spieltag in München bildet dort eine Ausnahme. Schon in der 10 Minute konnten die Mannen um Uwe Neuhaus ihr Konzept über den Haufen werfen. Ein Ballverlust von Younga Mouhani im Mittelfeld brachte die Eintracht in eine gute Position, allerdings foulte Younga den Spieler ca. 25 Metern vor dem Tor von Jan Glinker. Normalerweise eine klare Angelegenheit, Freistoß. In diesem Fall kam Banser jedoch aus dem Hintergrund angeschossen und zog augenblicklich ab. Der Ball setzte tückisch auf und war somit für Glinker schwer zu halten. Das Ende vom Lied war das der Ball noch durchrutschte und von den Rängen heftiger Protest kam, da Schiri Thomas Metzen keine eindeutigen Gesten machte und die überwiegende Mehrheit (auch der Abwehrspieler) mit einem Freistoß rechnete. Verdutzt schaute man sich um, um 6 Minuten später fast ein Déjà-vu zu erleben, denn bereits da hatte Marcel Schied das 2:0 für Braunschweig auf dem Fuß. Scheiterte aber an Biran, der auf der Linie geistesgegenwärtig die Beine zusammen schob und damit das 0:2 verhinderte. Denn im März sah man sich zuletzt in einem Meisterschaftsspiel. Ebenfalls in Berlin und dort führte Braunschweig Union in der ersten Hälfte teilweise vor und ging mit einer 2:0 Führung in diem Kabine. Dieser Kelch ging diesmal an den Gastgebern vorbei, die bereits in der 20 Minute zum Ausgleich kamen. Ein Freistoß von Gebhardt gefährlich in den 16er gebracht, wo Ruprecht seinen Gegenspieler Schanda abschütteln kann und den Ball via Kopf querlegt. Plötzlich tauchen zwei Unioner völlig frei vor Keeper Fezic auf. Während Biran die Kugel verpasst, legt Dogan sich die Pille noch einmal vor und überlupft den herausstürzenden Torwart. Die Braunschweiger zeigten sich noch einmal vor Glinkers Tor, wie auch Union vor dem Gehäuse von Fezic. Birans Kopfball war ein dankbarer für den fast 2-Metermann zwischen den Pfosten.
Aus der Kabine kamen die Profis aus Köpenick mit einem anderen Gesicht. Sie drängten die Braunschweiger in die eigene Hälfte und bauten nun langsam aber stetig Druck, auf der in Torchancen mündete. Wie immer beteiligt dabei Marco Gebhardt, der z. B. bei der besten Möglichkeit für Union den Doppelpass inszenierte und die Vorlage gab. Der Abnehmer war Shergo Biran, der an klasse reagierenden Fezic scheiterte. Bereits zuvor konnte Patschinski eine Chance für sich verbuchen, die mit Glück geklärt wurde. Dem voraus gegangen war eine Flanke von Mattuschka, der sich wieder ins Team gewurschtelt hat und eine tragende Rolle spielt, so wie vor seinem Platzverweis im Spiel gegen Oberhausen. Union hatte jetzt deutlich mehr vom Spiel und ließ die technische Klasse auch ab und zu aufblitzen, für ein richtiges Drängen auf den Führungstreffer langte das allerdings nicht. Stattdessen kamen die Gäste durch einen Schuss aus der Drehung kurz vor Schluss noch mal zu einer tollen Szene, die Glinker mit einem tollen Hechtsprung entschärfen konnte. Gäste-Coach Thorsten Lieberknecht gab sich nach dem Spiel in der PK zwar versöhnlich mit dem Ergebnis, bezeichnete es auch als angemessen, fiel aber in den letzten Minuten durch pausenloses Protestieren und Gestikulieren auf. Dies veranlasste den Unparteiischen dem jungen Trainer einen Besuch an der Seitenlinie abzustatten, um ihn zur Ruhe zu mahnen. Wieder wurden Stimmen laut, dass man zwei Punkte „verloren“ hätte. Neuhaus frischte die Erinnerungen daran wieder auf, dass in der letzten Spielzeit vor allem solch enge Partien oft den Bach komplett hinunter gingen und diese Punkt am Ende sogar Gold wert sein kann – logisch. In einer Woche geht’s zum Auswärtsspiel zu den gebeutelten Jenaern nach Thüringen, ins Ernst-Abbe-Sportfeld.

Mittwoch, 17. September 2008

Der Kaiser trägt Trauer

Durch das 1:0 in Dresden klettert der 1.FC Union auf Platz 4

Uwe Neuhaus sprach von der schlechtesten Halbzeit seit dem Saisonauftakt und von Problemen seiner Mannschaft ins Spiel zu finden. Man hätte defensiv nicht gut gestanden und verteilte ein Extralob an Jan Glinker, der in der ersten Halbzeit so ziemlich alles hielt, was auf sein Tor kam. Und das war viel. Dresden war das deutlich aktiviere und überlegene Team. Körperlich robust und entschlossen. Es ergaben sich eine fülle an Chancen für die in gelb schwarz gekleideten Kicker von der Elbe. Mit Glück und Geschick konnte der Schlussmann im Union Tor ein ums andere Mal die Führung der Gastgeber vereilten. Schlussendlich war die erste Halbzeit eine zum vergessen. Hingegen war Dresden vor allem in Person von Thomas Bröcker omnipräsent auf dem Platz. Der stämmige Stürmer stellte Marco Gebhardt und Kollegen immer wieder vor schier unlösbare Aufgaben. Durch seine herausragenden Sprintqualitäten stellte er die Defensive bei jedem Angriff wieder auf Neue auf den Prüfstand. Bis zur Pause konnte sich Uwe Neuhaus glücklich schätzen, dass es noch nicht geklingelt hatte für Dresden, dass das 0:0 vom Anpfiff noch Bestand hatte.
Nach der Pause wurde das Spiel ausgeglichener und Union kam zu guten Möglichkeiten. Erst recht als Jungnickel (SG Dyn. Dresden) in der 64. Minute die Ampelkarte entgegennahm schien das Match endgültig zu kippen. Die Mannen in den Jerseys des Gastes probierten alles, aber scheiterten unter anderem an der Latte des Dresdner Gehäuses. Aber auch die Dresdner selbst blieben brandgefährlich bei Kontern und hätten ihrerseits eine der Chance, die sie trotz Unterzahl noch erarbeiteten nutzen können. Man kann dem also entnehmen, dass sich ein Schlagabtausch entwickelte. Erst als sich ca. 5 Minute vor Schluss alle mit einem 0:0 abgefunden zu haben schienen schlug Torsten Mattuschka zu. Aus 18 Metern zimmerte er eine Kopfballabwehr eines Dresdners, die ihm vor die Füße viel in den linken Winkel. Und vor den sich aus dem Sand erhebenden neunen Tribühne des neuen Dresdner Stadions bildete sich eine Spielertraube, die aus Unioner bestand um Mattuschka herum. Seinen letzten Treffer in einem Meisterschaftsspiel für Union schoss er beim 3:0 Erfolg in Essen Anfang April des Jahres. Ruud Kaiser, seit dieser Saison neuer Trainer in Dresden, trauerte den Chancen hinterher und betone noch mal, dass man „alles versucht hat um ein Tor zu machen“ und die gelbe Karte aus seiner Sicht nicht hätte gegeben werden müssen. „Unser Spiel ging danach komplett kaputt“. Der Kaiser trug sichtlich Trauer.
Ob man das in Dresden, mit hohen Zielen ausgestattet, als Vorwand für die Niederlage akzeptieren wird ist fraglich. Alleine anhand des Stadions lassen sich die Ziele der Elbe-Städter ablesen. Für Union war es ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung unbestimmtes Saisonziel. Denn wirklich festnageln lassen möchten sich die Herren Zingler, Beeck und Neuhaus nicht. Zu ausgeglichen ist die diese Liga und zu verschwommen ist das tatsächliche Potential der Mannschaft aktuell. Denn die Tabelle zeigt nach dem 6 Spieltag schon Tendenzen, aber keine deutlichen Fingerzeige. Mannschaft, die mit 4 Punkten im Tabellenkeller stehen können nach einer Serie von (nehmen wir mal an) 3 Siegen in Folge des Tabellenbild schon wieder durcheinander wirbeln.