Montag, 29. September 2008

Ein Gebhardt für alle Fälle

Am Ende großer Jubel beim zahlreich erschienenem Anhang aus Berlin.
Union kann das zweite Auswärtsspiel hinter einander positiv gestalten und fährt mit 3 Punkten aus Jena zurück in die Wuhlheide, wo man sich auf das Heimspiel gegen den VfR Aalen, am kommenden Samstag vorbereiten wird. Die Vorzeichen sind gut, da Trainer Neuhaus endlich wieder Stürmer zur Verfügung stehen. Auch wenn Dustin Heun wieder Probleme beim Genesungs-Zustand zu haben scheint, wie man der Presse entnehmen konnte. Das Spiel machte mal wieder anschaulich, wie weit sie Mannschaft sich entwickelt hat, vor allem im Umgang mit Drucksituationen. Denn Jena reagierte zuerst nicht wie man es erwartet hatte. Nach dem unter der Woche bekannt geworden war, dass René van Eck (ein völlig unbeschriebenes Blatt) Trainer des Kellerkindes wird, und dieser die Mannschaft gegen Union zum ersten Mal Coachte, hätte man frischen Wind erwartet. Oder zumindest eine Jenaer Mannschaft, die mit Druck in die Offensive geht. Dies ließ jedoch auf sich warten. Stattdessen geizten beide Teams mit gefährlichen Szenen. Erst in der 37. Minute schlug Union eiskalt zu. Und wieder zeichnete sich Kapitän Gebhardt mitverantwortlich dafür, dass Shergo Biran einen Flugkopfball aus spitzem Winkel in die Maschen brachte. Zuvor spielte er mit den Defensivkräften Katz und Maus, bediente Kohlmann wunderbar, der den Ball im Laufen mitnahm und fast von der Grundlinie eine Flanke schlug, die Biran verwertete. Da war sie wieder – die Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, die in den Jahren zuvor immer gefehlt zu haben schien. Nicht unbedingt verdient, aber ein Beleg dafür, dass man die Chance die volle Punktzahl in Jena zu ergattern, sprunghaft ansteigen lassen kann.
Die Gastgeber kamen mit Wut im Bauch aus der Kabine und übernahmen sogleich das Zepter. Folgerichtig viel in der 49. Minute bereits der Ausgleich und es sollte noch besser werden, für die Thüringer. Sie drehten weiter auf und drückten Union in die eigene Hälfte. Hier offenbaren sich wieder die Schwächen der Truppe, die irgendwie wenig entgegenzusetzen haben scheint, wenn der Gegner massiv Verstöße in der Offensive fährt. So kam es, dass z.B. Ziegner (Freistoß) oder auch Hähnge (im Sommer aus Rostock gekommen) gute Szenen hatten, die durchaus zu Toren hätten führen können. Doch dann, nach 20 gespielten Minuten in der ersten Halbzeit, schlug Union wieder zu. Ein Eckstoß, getreten durch (na klar) Gebhardt, fand den Kopf von Christian Stuff, der für Patschinski spielte, und auf einmal stand es 2:1 – Union wieder in Front. Dieses Tor hatte den Effekt, dass Union sich aus der Umklammerung der Gastgeber befreien konnte. Der Zweitligaabsteiger brach nun etwas ein, war aber immer noch nicht endgültig niedergerungen. Neuhaus wollte diesen Vorsprung so wohl über die Zeit bringen und musste in der 81. Minute noch mal den Atem anhalten, als ein Freistoß knapp am Tor von Glinker vorbei strich. Auch die Hauptstädter besaßen eine 1000%-Chance, als Younga in der 94. Minute alleine auf das Tor zu lief, es aber nicht vermochte den Ball an Keeper Krause vorbei zuschieben. Dieser hielt den Versuch und damit stand auch der 2:1-Erfolg des 1.FC Union fest. Der zweite Erfolg in Serie gegen eine Mannschaft aus den neuen Bundesländern, einem s. g. Ostderby. Noch vor 2 Jahren unterlag Union regelmäßig in solchen Vergleichen. Damals hießen die Stolpersteine Dresden, Erfurt und Magdeburg. Doch mit dem Reifegrad steigt auch der Erfolg. Und dieser reflektiert sich in den Zahlen. Die letzten 4 Punktspiele gegen Dresden z. B. konnte Union gewinnen. Eine Serie, die noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen wäre. Vor dem Heimspiel am 4. Oktober im Jahn-Sportpark kann Uwe Neuhaus auf sieben Meisterschaftsspiele in Serie blicken, die inzwischen Union ungeschlagen ist. Eine Serie, die man gegen Aalen ausbauen möchte. In Jena konnte man vor allem Selbstvertrauen tanken, so, dass man gegen die von Jürgen Kohler trainierte Mannschaft eine realistische Chance auf ein weiteres Erfolgserlebnis haben sollte.

Keine Kommentare: