Sonntag, 31. August 2008

Nullnummer im dritten Heimspiel

Wo stehen sie nun, die Spieler des 1.FC Union nach der torlosen Punkteteilung gegen den Wuppertaler SV im Jahn-Sportpark an einem wunderbar sommerlichen Samstag? So richtig einordnen wollte man das Geschehene wohl noch nicht, denn ein rassiges und spannendes Spiel war es nicht, da sagte der Spielstand schon weitaus mehr über das Kräftemessen am 5. Spieltag der 3. Liga gegen den WSV aus. Ausgeglichen war es nämlich, das Spiel, sehr ausgeglichen. Wenn auch Union in der zweiten Hälfte drei ausgezeichnete Chancen zu verbuchen hatte. Für Aufsehen erregte vor allem eine der drei Chancen für Union in den zweiten 45 Minuten: Der an Dogan verursachte Elfmeter durch WSV-Verteidiger Markolf. Nico Patschinski durfte antreten bzw. nahm sich sofort den Ball, was sicherlich als symbolische Geste an die Fans zu verstehen ist, denn er wurde ja in den letzten zwei Tagen vor der Partie hartnäckig mit Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht. „Patsche“ verlud Keeper Maly gekonnt, setzte den Ball dann vom Elfmeterpunkt aber leider 2 Meter über die Latte. So blieb es beim 0:0 und dies markierte auch gleichzeitig den Höhepunkt, in einer von solchen Ereignissen armen Partie. Bei Union sah es teilweise sehr nett aus und auch die wieder in die Mannschaft gerückte Mattuschka suchte sofort Tuchfühlung zum Spiel. Nur Minuten vor dem Elfmeter wurde er von Gebhardt, der die komplette Wuppertaler Abwehrseite ausspielte (ähnlich der Vorbereitung zum 2:0 gegen Burghausen), mustergültig bedient. Hämmerte den sauber getimten Ball aber frei stehend aus halbrechter Position aber in die Wolken und sank in Folge dessen zusammen. Nein, das war noch nicht das Gelbe vom Ei, wie man so schön sagt. Nach 89. Minuten durfte wenigstens Christoph Menz, der inzwischen eingewechselt worden war aus 14 Metern noch mal einen Schuss auspacken und dieser verfehlte das Tor der Gäste so knapp, dass man es aus unserer Perspektive von der Gegengerade nur erahnen konnte. Der Torhüter zeigte jedenfalls keine Reaktion, war ordentlich getroffen. Über 35 Minuten zeigte Union in der zweiten Hälfte endlich mal was in dieser Mannschaft steckt, fand aber so recht nie die Mittel die Abwehr der Gäste zu knacken. Mit Ausnahme dieser Möglichkeit, die durch Gebhardt mustergültig herausgespielt wurde. In dieser Szene setzte man sich wirklich gekonnt durch. Es bleibt zu bilanzieren, dass sich zwei sehr ähnliche Teams gegenüber gestanden haben und die Leistungsdichte vor allem in der ersten Halbzeit schon unerträglich eng war. Daraus resultierte auch die Chancenarmut im ersten Durchgang, in dem sich beide Mannschaften unglaublich schwer taten und fast ein wenig krampften, so schien es mir. Eine Erwähnung wert wäre der Unparteiische, der auf mich einen sehr guten Eindruck machte, da er über 90 Minuten seine Linie konsequent verfolgte. Er wich nicht eine Minute davon ab und pfiff vergleichsweise kleinlich, was ihm nicht überall Sympathien entgegenschlagen ließ. Wieder einmal subjektiv leicht enttäuschend waren die 5.500 Zuschauer, die sich zum Spiel eingefunden haben. Immer wieder muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass mit 8.000 pro Heimspiel im Etat kalkuliert wird. Dafür sollten dann auch mal solche Mannschaften, wie der Wuppertaler SV beitragen, der noch im April 2007 der abgelaufenen Spielzeit für 7.600 Zuschauer an der Alten Försterei gesorgt hat.
Das Ergebnis hatte den Charakter eines kleinen Dämpfers für die Truppe aus Köpenick, da die Erwartungen nach dem 4. Rang in der Saison 2007 / 2008 natürlich ungleich höher sind. Man schielt auf die zweite Liga, muss dafür aber erstmal eine gewisse Konstanz in die Leistungen einfließen lassen, wie das in der abgelaufenen Saison der Fall war. Also man zwischen durch allerdings auch Durchhänger installierte, wie die beiden Niederlagen (am Stück) im April dieses Jahres. Für Nico Patschinski wird der Tag nicht zur Depression ausarten. Nein, er wird nun abwarten müssen, wie Coach Neuhaus seine Leistungen in den vergangenen zwei Spielen bewertet und ob er beim Auswärtsspiel in Dresden in zwei Wochen erneut im Startaufgebot steht, denn mit dem Abpfiff des Spiels am Samstag hat Karim Benyamina seine Rot-Sperre abgesessen und drängt wieder ins Team.

Samstag, 30. August 2008

Die alte Liebe doch verschmäht?!

Nico Patschinski wird mit dem FC Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht.

Patschinski auf dem Sprung? Auf dem Sprung zu einem anderen Arbeitgeber?
So zumindest berichtete es die Bild-Zeitung in ihrer Ausgabe vom Freitag. Das ist insofern überraschend, als dass der Spieler seinen Vertrag erst in diesem Jahr um weitere 2 Jahren verlängert hat. Ein Aspekt, der ihn zum Abschied bewegen könnte wäre der, dass Coach Uwe Neuhaus den erfahrenen Stürmer in dieser Saison zum Einwechselspieler degradiert hat. In dieser Situation fand sich der Stürmer in seiner Karriere äußerst selten wieder. Es ist davon auszugehen, dass Aue zumindest an den Berater herangetreten ist, um auszuloten wie realistisch der Deal ist. Und hier befindet sich schon das erste Schlagloch für den Verein aus dem Erzgebirge, der gleichzeitig Unions Gegner ist, da in der 3. Liga aktiv. Patschinski besitzt einen Vertrag mit einer Laufzeit bis zum Sommer 2010 und wäre damit (sofern keine Klauseln bzw. Ausnahmereglungen bestehen) ablösepflichtig. In Aue sucht man nach dem verpatzten Saisonauftakt (1 Punkt nach den ersten 4 Spieltagen) fieberhaft Verstärkung für die Offensive und Patschinski würde voll ins Anforderungsprofil passen. Heiko Weber, der Trainer aus Aue, würde den Berliner Routinier „mit Kusshand“ empfangen, so die Bild. Nun, überraschend ist es nicht, hat Patschinski doch zuletzt mit seinen 3Toren im Spiel gegen Burghausen, sowie in der letzten Saison mit 10 Toren alleine in der Hinrunde für Aufsehen gesorgt. Zu dem dürfte als dickes Plus verbucht werden, dass er bereits in der Bundesliga aktiv war und diverse Spiele im Unterhaus, also der 2. Bundesliga, auf dem Buckel hat. Für Patschinski selbst wäre es ein bitterer Abschied von seiner alten Liebe, dem 1.FC Union, zu dem er im Jahr 2006 nach 8 Jahren in der Fremde zurückkehrte. Riesengroße Hoffnungen wurden damals in den auch heute noch Publikumsliebling gesetzt, die er in der Saison 2006 / 2007 jedoch nicht annährend erfüllen konnte. Im letzten Jahr dann die Steigerung zur Hinrunde, in der er ja näher die Jahreswende rückte immer sicherer wurde und in Folge dessen ein neues Vertragsangebot bekam. Gute Argumente hatte er ja geliefert. Er akzeptierte den Kontrakt und band sich an den Verein, obwohl er, und das wissen so ziemlich alle im Verein, Angebote von anderen Klubs auf dem Tisch hatte. Selbst wenn sie nicht konkret waren, so gab es sie und alleine das war eine Wertschätzung seiner Person. In der Rückrunde 2007 / 2008 brach die Treffsicherheit auf einmal in sich zusammen. Und in der Saisonvorbereitung für die lfd. Spielzeit, sowie in den Trainings schien sich Patschinski nicht zur Zufriedenheit seines Übungsleiters zu schlagen und wurde aus der Startelf manövriert. Keinen Stammplatz mehr – das missfiel dem so ehrgeizigen Mann, der in Berlin groß geworden war und auch das Fußballspielen hier gelernt hatte. Geäußert hat er sich öffentlich zu seinem Reservisten Dasein nie, doch im Inneren des Nico Patschinski wird es verständlicher Weise nicht so ruhig aussehen. Nach dem die Partie gegen Wacker Burghausen abgepfiffen war eilte er zwar, aber nicht mit den Kollegen in Richtung Fankurve, sondern in die Katakomben des Jahn-Sportparks. Anzeichen einer schnellen Trennung? Gespräche haben wohl stattgefunden, dass sich Patschinski aber simpel und leise verabschiedet, daran möchte ich nicht glauben. Auch die sportlich Verantwortlichen in Persona von Uwe Neuhaus und Christian Beeck wollen von einem Wechsel nichts wissen. Für Neuhaus stellt sich die Frage, ob man ihn abgibt eigentlich nicht und Teammanager Beeck liegt keine konkrete Anfrage aus Aue vor. Eventuell doch viel Wind um gar Nichts?! Die Option, dass Patschinski bereits am heutigen Samstag in Aue eintreffen würde ist sowieso Geschichte, da er als zweite Spitze neben Shergo Biran (wie schon gegen Burghausen) aufgeboten wird. Der Ertrag wird sich dann gegen 15.45 Uhr zeigen. Es müssen ja keine 3 Tore sein, aber ein selbstbewusster, lauffreudiger Patschinski ist schon mal eine Menge wert!

Sonntag, 24. August 2008

Tot Gesagte leben länger


Beim vor allem in der zweiten Halbzeit überzeugenden 4:0 Sieg des 1.FC Union über den bayrischen Vertreter Wacker Burghausen im Jahn-Sportpark sticht dreifache Torschütze Nico Patschinski, auf Grund der vergangenen Spiele heraus.

Wieder wollten „nur“ 5.600 Zuschauer am Freitagabend das Spiel des 1.FC Union gegen Wacker Burghausen sehen. Die, die allerdings kamen, die bekamen ein ansehnliches Spiel zu bestaunen. Durch die Verletzungen von Dustin Heun, Steven Jahn und die Sperre von Karim Benyamina rutschte der von Coach Uwe Neuhaus aus der Startelf verbannte Patschinski wieder in die Startelf, eine Bewährungsprobe für den Routinier - noch im letzten Jahr treffsicherster Schütze der Köpenicker. Beginnen tat das Spiel mit guten Chancen für die Gäste, die durchaus hätten die Führung erzielen können, wenn nicht der überragende Jan Glinker nach einer Ecke mit einem blitzartigen Reflex den Ball noch aus der rechten Ecke gefischt hätte. Dies passierte nach gerade mal 15 Minuten und nach dem in der 20 Minute Sebastian Bönig mit einem abgefälschten Schuss fast das Tor der Gäste traf, war in der 25. Minute wieder der Gast an der Reihe. Ein Schuss aus gut und gerne, ich würde fast sagen, 30 Metern, den Glinker noch parieren konnte. Das ließ sich schon mal gut an, denn es gab noch andere Chancen, die ich jetzt aber nicht einzeln aufzählen möchte. Nach einer halben Stunde stand es dann 1:0 für Union, nach dem der unermüdlich ackernde Biran im Strafraum umgerissen wurde. Sowieso musste man dem Referee Thomas Frank aus Hannover Respekt zollen, der diese Partie ganz souverän und abgeklärt leitete. Es war der Ball für „Patsche“. Und der verlud den Torwart geschickt – keine Mätzchen. Jedoch ändert dies nichts daran, dass der Gast ebenbürtig war und ebenfalls munter mitspielte.
Nach der Pause wurde die Schlagzahl nicht sichtbar erhöht. Allerdings tat sich wie so oft Marco Gebhardt hervor. Er inszenierte immer wieder Angriffe und gab dann auch die Vorlage zum 2:0, ebenfalls durch Patschinski erzielt. Das 3:0 fiel dann nach einer Standartsituation. Der Ball (ich glaube) ,wieder von Gebhardt getreten, landete auf dem Kopf eines Abwehrspieler und trudelte Richtung langen Pfosten, wo Biran stand und den Ball über die Linie köpfte. Das Spiel an sich war bereits mit dem 2:0 in der 60. Minute abgefrühstückt. Die Mannschaft hatte immer noch nicht genug, sondern spielte auf das 4:0 – das allerdings nicht wirklich konsequent. Oft war man in den letzten 5 Minuten in der Überzahl, spielt die Angriffe aber teilweise äußerst schlampig zu ende. In der 89. Minute war es dann wieder Nico Patschinski, der von Antunovic mustergültig angespielt wurde, der alleine vor dem Keeper auftauchte und den Ball gefühlvoll ins Netz hob.
Für den 1.FC Union war es der zweite „Heimsieg“ im zweiten „Heimspiel“. Die optimale Ausbeute, ganz im Gegensatz zu den Gästen, die ihre zweite 0:4-Pleite innerhalb von einer Woche einstecken mussten und den Saisonstart nach dem Auftaktsieg gegen die Stuttgarter Kickers getrost als gescheitert etikettieren dürften.
Auf Seiten des 1.FC Union stachen vor allem Marco Gebhardt und Patschinski hervor. So stehen nach den ersten vier Spieltagen auf teilweise völlig unbekanntem Terrain 7 Punkte auf der Habenseite – aufgeteilt in 2 Siege, 1 Unentschieden und eine Niederlage. Für Nico Patschinski war es ein stiller Triumph, denn nach Spielende wollte er sein Dreierpack nicht mehr in große Worte kleiden, sondern verschwand in den Katakomben des Jahn-Sportparks. Viel wurde über seine Personalie vor dem Punktspiel geschrieben, spekuliert und auch ein klein wenig Druck aufgebaut. Dem widerstand der Ex.-Bundesligaprofi scheinbar andeutungslos.
Schon am nächsten Samstag erwartet man im Jahn-Sportpark die Mannschaft von der Wupper aus Wuppertal gegen die die Bilanz noch recht ramponiert daherkommt. Auch dann wird Nico Patschinski wieder zum Einsatz kommen und seinen Kritikern eventuell wieder ein paar Argumente mehr für seinen Einsatz in der Stammelf liefern.

Donnerstag, 21. August 2008

Kommentar

Markus Pflaum, ein Name, den ich in Verbindung mit Schiedsrichtern noch nie vernommen habe. Aber seit dem Spiel des 1.FC Union gegen Kickers Offenbach ist mir dieser Mann ein Begriff. Und es gab durchaus zwei, drei Schlüsselszenen, die mich leicht aufgebracht haben. Das Ganze entzündet sich vor allem an der roten Karte für Karim Benyamina in der zweiten Halbzeit. Die offizielle Begründung im Spielbericht auf der offiziellen Homepage lautete „Nachtreten“. Also ich dann im MDR den Spielbericht bzw. die Zusammenfassung genießen durfte, nahm ich die Szene unter die Lupe. Es gab auch noch mal eine Slowmo, die zwar den Ansatz eines Nachtretens erkennen, aber auch viel Interpretationsspielraum ließ. Wenn man solch Aktionen so ahnden würde, konsequent, wie es Herr Pflaum am Samstag tat, dann würden am Ende solcher Partien nur noch 10 Spieler auf dem platz stehen und das kann nicht der Sinn dieser Strafen sein. Fußball ist kein körperloses Spiel und das „Nachtreten“ sieht man nicht selten auch in Zweikämpfen, wo ein Spieler nicht mal „gelegt wird“, was aber nicht zwanghaft sofort eine Verwarnung nach sich ziehen muss. Ich habe sowieso keine objektive Ansicht. Aber genau aus diesem Grund musste ich mich mal zu dieser Situation äußern.
Zweiter Aufreger für die Heimfans aus Offenbach war der Ellenbogeneinsatz von Marco Gebhardt, in dessen Folge das Tor für den 1.FC Union fiel. Auch hier machte der Unparteiische keine gute Figur und entschied das Spiel weiterlaufen zu lassen. Der Arm von Gebhardt geht ganz klar raus, sicher keine unnatürliche Handbewegung, er war sich dessen bewusst, dass der Gegenspieler in nächster Nähe war. Insofern: Klare Fehlentscheidung.
So, nun aber Schluss mit der Schiedsrichterschelte!
Fehler zu produzieren ist menschlich.

Samstag, 9. August 2008

David gegen Goliath - auf ein Neues

Der DFB-Pokal sorgt dafür, dass kleine Vereine zumindest für einen Tag in den Fokus der (Fußball-) Öffentlichkeit rutschen.

Es sind interessanter Weise nicht die Vereine, die im täglichen Geschäft Rampenlicht stehen, sondern in diesem Jahr Teams wie Fichte Bielefeld und FC Wegberg Beek, die im Mittelpunkt stehen. Sie bekommen die Chance die „Großen“ zu ärgern – zumindest für 90 Minuten, doch dies ist Motivation genug für viele der Verbands – und Bezirksligisten, die mal in die schwindel erregenden Höhen der Fußballsphären schnuppern dürfen. Genug Beispiele dafür, dass die Sensationen möglich sind, ja sogar sehr real, die gibt es zu genüge. Zum Beispiel den FK Pirmasens, der vor einem Jahr den SV Werder Bremen mit 5:3 nach Elfmeterschießen in die Schranken weisen konnte. Zu diesem Zeitpunkt war man gerade in die Regionalliga aufgestiegen und es gelang also den Champions League Teilnehmer in Runde 1 aus dem Pokal zu werfen. Es sind diese Szenen, die Spieler antreiben, selbst wenn es schier unmöglich scheint diese Spiele anzunehmen, den Kampf anzunehmen. Oft ist die Ausgangsposition vor den Spielen glasklar und gerade daraus ziehen die Spiele ihre Brisanz. Hinzu kommen diverse Mannschaften, die die Vergangenheit des Fußballs geprägt haben, die inzwischen in den unteren Spielklassen ihre Schuhe schnüren und über den DFB-Pokal die Chance für das internationale Geschäft suchen. Denn, wer glaubt, dass Drittligisten in den Ansetzungen gegen Erstligisten überhaupt keine Möglichkeiten hätten, der sieht sich des Öfteren getäuscht. Jeder Drittligist trainiert inzwischen wie ein Erstligist bzw. im selben Umfang. Mit vergleichsweise minimalem finanziellem Aufwand schaffen es diese Teams Mannschaften wie Bremen oder auch Hertha BSC aus dem Wettbewerb zu befördern. Ein prominentes Beispiel dafür bietet der FC St. Pauli. In der Pokal-Saison 2005 / 2006 stieß man bis ins Halbfinale vor und erstürmte auf dem Weg dahin die Festungen Burghausen, VfL Bochum (1. Bundesliga), Hertha BSC (1. Bundesliga) und Werder Bremen (1. Bundesliga). Um diese Erfolge mal in Relation zu setzten: Der FC St. Pauli spielte drittklassig und kaschierte diesen unübersehbaren Nachteil mit Glück und bedingungslosem Kampf. Gerade das Spiel gegen die von vielen schon ins Halbfinale gehobenen Bremer beeindruckte und sorgte für ein Medienecho, was man so nie erwartet hätte. Bei schwierigsten Bedingungen in der Heimspielstätte der Hamburger, am Millerntor, im Februar 2006 (Schneedecke) schlugen sie die Bremer verdient mit 3:1 und sorgten für lange Gesichter bei der Führungsetage der Bremer. Der Grund dafür ist freilich nicht nur sportlicher Natur. Für jede Runde, die ein Verein erreicht setzt es eine gewisse Prämie. Was ich damit sagen möchte ist, dass in den Etatplanungen das Erreichen bestimmter Runden eingeplant ist. Mit den Einnahmen wurde also fest gerechnet und ab und zu kann sogar der Fall eintreten, dass die Finanzen schon in den Kader investierten wurden und diese Investitionen nicht auf die geplante Art und Weise kompensiert werden können.
Für die Underdogs hingegen bedeutet jede erreichte Runde einen warmen Geldregen und sportliche Anerkennung. So wie es damals für den FC St. Pauli galt. In der abgelaufenen Saison kam dem FC Carl Zeiss Jena diese Anerkennung zu gute. Die Thüringer erreichten trotz sportlicher Talfahrt in der zweiten Bundesliga bravorös das Halbfinale im Wettbewerb. Sie eliminierten auf ihrem steinigen Weg dorthin die Bundesligisten 1.FC Nürnberg, Arminia Bielefeld und den zu diesem Zeitpunkt amtierenden deutschen Meister VfB Stuttgart.
Spiele zwischen Erst-, zweit- und Drittligisten, die früher weitaus weniger offen waren machen den DFB-Pokal zusehends attraktiver. Denn, sind wir mal ehrlich, gerade die „Kleinen“, die die „Großen“ entblößen, die sind uns sympathisch. Denn die Spieler, die bei diesen Vereinen spielen scheinen weniger abgehoben zu sein und ein Ego in erträglichem Ausmaß zu besitzen. Mit ihnen kann man sich auch als Fan / Anhänger eines größeren / einflussreicherem Vereins besser identifizieren.
Bekräftigt wird diese Aussage noch dadurch, dass die Spieler der Amateur Vereine (ab 4. Liga) sich oft zum Feiern in die Kurve der Fans des Gegners feiern niederlassen. Sie genießen diesen Moment, unabhängig vom Ergebnis. Hier steht der Spaß im Vordergrund, aber auch der oft zitierte olympische Gedanke: Dabei sein ist alles. Auch dies können Indikatoren dafür sein, wieso diesen Spieler oft so viele Sympathien zu kommen.
Die erste Runde im DFB-Pokal, Anlass genug für die ARD, die die Übertragungsrechte besitzt, bewegte Bilder der Landespokalfinals herauszupicken, die die Freizeitkicker bei ihren Siegen in Jubelknollen zeigen. U. a. diese Bilder sind es, die den DFB-Pokal zu so einem beliebten Wettbewerb machen. Jedes Jahr aufs Neue suchen die Freizeit- und unterklassigen Vereine die Chance ein kleines Stück Geschichte zu schreiben. Und eins, das kann man immer erwarten: Bis an die Haarspitzen sind diese Männer motiviert. Sie wollen sich auf großer Bühne präsentieren und für junge Spieler ist es eine Brautschau. Sie zeigen sich den Scouts und der breiten Öffentlichkeit, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
So z. B. erging es Marian Unger im Sommer 2005 mit dem Oberligisten MSV Neuruppin. Der damals 21 Jährige Torhüter spielte mit seinem Verein in Runde 1 gegen den FC Bayern München – und viel nicht nur den Zuschauern auf. Auch der damalige Bayern-Scout Wolfgang Dremmler nahm ihn genauer unter die Lupe und befand seine Leistungen für so überdurchschnittlich, dass man ihn zum Probetraining einladen wird. Ein Probetraining beim deutschen Rekordmeister für einen blutjungen Keeper aus der brandenburgischen Steppe, der sich nicht nur Im Pokal gegen Bayern (trotz der 0:4-Niederlage), sondern auch in der Meisterschaft durch die tolle Paraden und feinstes Stellungsspiel auszeichnete. Jedoch gab seine Vorstellung im Pokal den Ausschlag für sein Vorspielen an der Säbener Straße, beim FC Bayern.
Auch in diesem Jahr werden junge Spieler wieder ihre Chance nutzen und ihrem Verein schnell zu Glanz verhelfen wollen.
Hoffen wir auf einen spannende erste Hauptrunde und auf die ein oder andere Überraschung.

Sonntag, 3. August 2008

Standart ist Trumpf!

Union schlägt die Amateure aus dem Schwabenland (verdient)

Ein, trotz der über der Stadt hängenden Wolken, irgendwo idyllischer Augusttag in Berlin.
Zum Gastspiel des VfB Stuttgart II lud Union auch so ein bisschen zu einem inoffiziellen Gastspiel in den Jahn-Sportpark ein. Der Grund dafür ist bekannt, ebenso wie der Zeitplan, der vorsieht, dass das Heimspiel ab Mitte Oktober wieder im Stadion an der Alten Försterei ausgetragen werden kann. Doch am 2. August war also der Jahn-Sportpark in Prenzlauerberg die Heimspielstätte der Unioner, deren Fans der vorübergehende Umzug irgendwo doch zu schaffen machte, denn mehr als 5.100 fanden sich nicht ein, um das erste Aufeinandertreffen mit einer Mannschaft aus Stuttgart unter Wettkampfbedingungen zu besuchen. Eine Zahl, die insgesamt sicher nicht berauschend, aber gleichzeitig auch nicht enttäuschend zu bewerten ist. Nur vor dem Hintergrund, dass man mit 8.000 Fans pro Heimspiel im Etat kalkuliert, erscheint die Zahl als kontraproduktiv. Dennoch war ordentlich Stimmung im (im wahrsten Sinne des Wortes) weiten Rund. Die Gegentribühne war gut besetzt. Ließ man seinen Blick allerdings auf die beiden Kurven schweifen, so waren nur wenige Plätze besetzt. Es dominierte die bunte Beschalung der Sitzplätze im Stadion.
Einige TeBe-Jugendspieler verirrten sich wohl vorsätzlich (anders kann man sich die Aktion nicht erklären) in die Gegengerade, um dann entsprechend wieder in den Gästeblock transferiert zu werden. Eine Provokation war es alle Mal und sie war völlig unnötig.
Doch richten wir unser Augenmerk auf das Geschehen auf dem Rasen. Dies bot eine Union-Mannschaft, die wahrlich gut aufgelegt war. Man wollte den jungen Spielern aus Stuttgart das Spiel nicht überlassen sondern selbst möglichst schnell die Kontrolle übernehmen. Agieren, nicht reagieren – das schien die Devise. Und es zeichnete sich schnell ab, dass Marco Gebhardt, der bereits 35 Jahren auf dem Buckel hat, in diesem Spiel eine wichtige Rolle spielen sollte. Denn es dominierten die Standards und damit in einem Atemzug auch Union. Zum ersten Mal zahlte sich dies in der 23. Minute aus, als Gebhardt einen Freistoß wunderbar aus ca. 30 Metern in den Strafraum brachte, in den Ruprecht seinen über 1,90 Metern hinein sprang und wunderbar verwerten konnte. In der 35. Minute war es erneut ein Freistoß und der erneut starke Gebhardt, der einen weiten Ball in den Strafraum segeln ließ. Auch hier war ein Kopfball von Ruprecht / Stuff das Resultat, der allerdings auf der Latte landete und von dort ins Gewühl des Strafraums abtauchte. Und dort antizipierte Karim Benyamina im schnellsten und jagte den Ball aus 2 Metern ins Netz. Das Selbstvertrauen war zu spüren und die Gäste aus Baden-Württemberg waren nicht präsent genug. Oft inszenierte Marco Gebhardt die Angriffe. Musste diese aber abrupt abbrechen, da er läuferisch auf Grund seiner Lebensjahre nicht mehr ganz mit den nicht selten unter 20 Jährigen mithalten kann. Nichts desto trotz: Der Spieler schlechthin in den ersten 45 Minuten.
Aus der Kabine kamen die Stuttgarter Jungs mit ordentlich Dampf und Druck.
Union kam aus der eigenen Hälfte nur noch selten heraus und die Stuttgarter kamen zwar oft durchs Mittelfeld gepflügt. Jedoch kamen die Offensivaktionen oft vor dem 16-Meterraum zum erliegen. Und was dann doch mal den Weg in den Selbigen fand wurde von Jan Glinker aus der Luft gepflückt. Spielerisch boten die Stuttgarter also bis zu einem gewissen Punkt ansehnlichen Fußball. In der 69. Minute gab es dann aber einen Eckball von Dogen (inzwischen eingewechselt) getreten, der wieder perfekt getimt von Benyamina aufs Tor gekämpft wurde. Allerdings war Keeper Sven Ulreich (aus der ersten Mannschaft des VfB Stuttgart) noch am Ball. Die darauf folgende Ecke konnte Dogan sich jedoch als ersten Assist gutschreiben lassen. Denn diese fand den Kopf von Karim Benyamina schon wieder und von dort ging es ab ins Tornetz: 3:0. Das Spiel war entschieden. Nun konnte der VfB aber wenigstens für ein bisschen Ergebniskosmetik (was für ein Wort) sorgen, in dem er ein wunderbares Tor durch einen sehenswerten Schlenzer erzielte. Mehr war aber für die Schwaben an diesem Tag nicht zu holen. Wirklich nicht.
Somit ist die Auftaktpleite korrigiert, die Zuschauerzahl allerdings verspricht wenig Zuversicht. Nun gut, die dicken Fische gastieren noch, aber dort braucht man dann wieder eine fünfstellige Zuschauerzahl, um den Schnitt der letzten Saison zu topen. Durch die Modernisierung bzw. Sanierung dürften die Zahlen allerdings positiv beeinflusst werden. Dazu später mehr. Nun überlasse ich den Platz erstmal die Freunde über die Prämierenpnkte in der 3. Liga, wie sie ganz korrekt heißt.

Samstag, 2. August 2008

Spätzle in Berlin

Es ist soweit: Die Amateure aus dem schwaben Land werden erwartet

Es ist schon skurril, nicht wahr?Der 1.FC Union verliert ein Spiel in der Meisterschaft und so richtig aufwühlen tut es niemanden. Nun gut, aufwühlen vielleicht nicht, aber die Gefühlslage ist auch nicht sonderlich entspannt. Dies dürfte allerdings als positive Anspannung gewertet werden, denn das Wohnzimmer des 1.FC Union, die Alte Försterei, wird seit dem 1. Juni kräftig saniert und der Verein, wie auch seine Anhänger, sie können es kaum erwarten dort im Oktober das erste richtige Heimspiel auszutragen. Dann werden die alten Steinstufen, auf dessen Sand man stand, dem Beton gewichen sein. Und wurde man noch vor einem Jahr beim zweiten Heimspiel gegen die Amateure aus Dortmund pitsch nass, so wird man den Luxus einer Überdachung genießen dürfen. Auch eine visuell nicht sichtbare Änderung wird sich in den nächsten Wochen vollziehen: Eine Rasenheizung soll das Stadion im Herzen von Köpenick bekommen. Es ist also keine reine Sanierung, sondern ein kleines Tuning, was auf Grund der Auflagen des DFB (siehe letzten Artikel) nötig wurde.
Nun sollte man nicht außer Acht lassen, dass das Spiel, was man am Samstag vergangener Woche gegen den FC Bayern im Stadion an der Grünwalderstraße verlor, kein entscheidendes war. Kein Relevantes, denn, sein wir mal ehrlich: Erst am 2. August, gegen die Amateure des VfB aus Stuttgart geht die Saison richtig los – vor eigenem Publikum. Man ist zuversichtlich im Verein, in der Mannschaft wohl auch, dass der kleine Fehlstart korrigiert werden kann. Am besten gleich - Moment, ein kleiner Blick auf die Uhr – am morgigen Samstag. So oder so war es ja keine Prämiere. Schon vor einem Jahr verlor der 1.FC Union seit Auftaktspiel, damals gegen Düsseldorf an der Alten Försterei 0:1. Es nieselte denkbar unangenehm und Torsten Mattuschka verschoss in der 86. Minute (glaube ich) einen Foulelfmeter. Es kam alles zusammen, so verlor man ja auch gleich die Auswärtspartie gegen RW Ahlen mit 1:3. Soweit soll es dieses Jahr nach Möglichkeit nicht kommen.
Mich beschleicht sowieso das Gefühl, dass die Stadionfrage der eigentliche Star ist. Eventuell ein Versuch Druck von der Mannschaft zunehmen. Wer weiß das schon?
Zur psychologischen Aufbauhilfe publizierte man auf der Union-HP schon mal vorsorglich die letzten Ergebnisse der Köpenicker, die sie bei Pflichtspielen im Jahn-Sportpark erringen konnten. Mhhh, das ist die Cremé de la Cremé, es kann gar nichts schiefen gehen, klammert man sich an diese nette Auflistung. Bei aller Euphorie: Vorsicht, das ist die Mutter aller, also auf jeden Fall aller Spiele. Denn Übermut tut selten gut, um gleich bei bekannten Sprichworten zu bleiben. Dass die Mannschaft allerdings zu Übermut neigt, das ist nicht zu befürchten, dafür war der Dämpfer gegen München in München wohl Erläuterung genug. Alleine die Statistik im letzten Jahr den 4. Platz belegt zu haben macht noch keine Top-Mannschaft aus – oder doch? Wir werden es zum Teil besser wissen, nach dem Spiel gegen Stuttgart: Vorhang auf, meine Damen und Herren.

Und ein kräftiges EISERN UNION !