Wo stehen sie nun, die Spieler des 1.FC Union nach der torlosen Punkteteilung gegen den Wuppertaler SV im Jahn-Sportpark an einem wunderbar sommerlichen Samstag? So richtig einordnen wollte man das Geschehene wohl noch nicht, denn ein rassiges und spannendes Spiel war es nicht, da sagte der Spielstand schon weitaus mehr über das Kräftemessen am 5. Spieltag der 3. Liga gegen den WSV aus. Ausgeglichen war es nämlich, das Spiel, sehr ausgeglichen. Wenn auch Union in der zweiten Hälfte drei ausgezeichnete Chancen zu verbuchen hatte. Für Aufsehen erregte vor allem eine der drei Chancen für Union in den zweiten 45 Minuten: Der an Dogan verursachte Elfmeter durch WSV-Verteidiger Markolf. Nico Patschinski durfte antreten bzw. nahm sich sofort den Ball, was sicherlich als symbolische Geste an die Fans zu verstehen ist, denn er wurde ja in den letzten zwei Tagen vor der Partie hartnäckig mit Erzgebirge Aue in Verbindung gebracht. „Patsche“ verlud Keeper Maly gekonnt, setzte den Ball dann vom Elfmeterpunkt aber leider 2 Meter über die Latte. So blieb es beim 0:0 und dies markierte auch gleichzeitig den Höhepunkt, in einer von solchen Ereignissen armen Partie. Bei Union sah es teilweise sehr nett aus und auch die wieder in die Mannschaft gerückte Mattuschka suchte sofort Tuchfühlung zum Spiel. Nur Minuten vor dem Elfmeter wurde er von Gebhardt, der die komplette Wuppertaler Abwehrseite ausspielte (ähnlich der Vorbereitung zum 2:0 gegen Burghausen), mustergültig bedient. Hämmerte den sauber getimten Ball aber frei stehend aus halbrechter Position aber in die Wolken und sank in Folge dessen zusammen. Nein, das war noch nicht das Gelbe vom Ei, wie man so schön sagt. Nach 89. Minuten durfte wenigstens Christoph Menz, der inzwischen eingewechselt worden war aus 14 Metern noch mal einen Schuss auspacken und dieser verfehlte das Tor der Gäste so knapp, dass man es aus unserer Perspektive von der Gegengerade nur erahnen konnte. Der Torhüter zeigte jedenfalls keine Reaktion, war ordentlich getroffen. Über 35 Minuten zeigte Union in der zweiten Hälfte endlich mal was in dieser Mannschaft steckt, fand aber so recht nie die Mittel die Abwehr der Gäste zu knacken. Mit Ausnahme dieser Möglichkeit, die durch Gebhardt mustergültig herausgespielt wurde. In dieser Szene setzte man sich wirklich gekonnt durch. Es bleibt zu bilanzieren, dass sich zwei sehr ähnliche Teams gegenüber gestanden haben und die Leistungsdichte vor allem in der ersten Halbzeit schon unerträglich eng war. Daraus resultierte auch die Chancenarmut im ersten Durchgang, in dem sich beide Mannschaften unglaublich schwer taten und fast ein wenig krampften, so schien es mir. Eine Erwähnung wert wäre der Unparteiische, der auf mich einen sehr guten Eindruck machte, da er über 90 Minuten seine Linie konsequent verfolgte. Er wich nicht eine Minute davon ab und pfiff vergleichsweise kleinlich, was ihm nicht überall Sympathien entgegenschlagen ließ. Wieder einmal subjektiv leicht enttäuschend waren die 5.500 Zuschauer, die sich zum Spiel eingefunden haben. Immer wieder muss man sich ins Gedächtnis rufen, dass mit 8.000 pro Heimspiel im Etat kalkuliert wird. Dafür sollten dann auch mal solche Mannschaften, wie der Wuppertaler SV beitragen, der noch im April 2007 der abgelaufenen Spielzeit für 7.600 Zuschauer an der Alten Försterei gesorgt hat.
Das Ergebnis hatte den Charakter eines kleinen Dämpfers für die Truppe aus Köpenick, da die Erwartungen nach dem 4. Rang in der Saison 2007 / 2008 natürlich ungleich höher sind. Man schielt auf die zweite Liga, muss dafür aber erstmal eine gewisse Konstanz in die Leistungen einfließen lassen, wie das in der abgelaufenen Saison der Fall war. Also man zwischen durch allerdings auch Durchhänger installierte, wie die beiden Niederlagen (am Stück) im April dieses Jahres. Für Nico Patschinski wird der Tag nicht zur Depression ausarten. Nein, er wird nun abwarten müssen, wie Coach Neuhaus seine Leistungen in den vergangenen zwei Spielen bewertet und ob er beim Auswärtsspiel in Dresden in zwei Wochen erneut im Startaufgebot steht, denn mit dem Abpfiff des Spiels am Samstag hat Karim Benyamina seine Rot-Sperre abgesessen und drängt wieder ins Team.
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