Sonntag, 24. August 2008
Tot Gesagte leben länger
Beim vor allem in der zweiten Halbzeit überzeugenden 4:0 Sieg des 1.FC Union über den bayrischen Vertreter Wacker Burghausen im Jahn-Sportpark sticht dreifache Torschütze Nico Patschinski, auf Grund der vergangenen Spiele heraus.
Wieder wollten „nur“ 5.600 Zuschauer am Freitagabend das Spiel des 1.FC Union gegen Wacker Burghausen sehen. Die, die allerdings kamen, die bekamen ein ansehnliches Spiel zu bestaunen. Durch die Verletzungen von Dustin Heun, Steven Jahn und die Sperre von Karim Benyamina rutschte der von Coach Uwe Neuhaus aus der Startelf verbannte Patschinski wieder in die Startelf, eine Bewährungsprobe für den Routinier - noch im letzten Jahr treffsicherster Schütze der Köpenicker. Beginnen tat das Spiel mit guten Chancen für die Gäste, die durchaus hätten die Führung erzielen können, wenn nicht der überragende Jan Glinker nach einer Ecke mit einem blitzartigen Reflex den Ball noch aus der rechten Ecke gefischt hätte. Dies passierte nach gerade mal 15 Minuten und nach dem in der 20 Minute Sebastian Bönig mit einem abgefälschten Schuss fast das Tor der Gäste traf, war in der 25. Minute wieder der Gast an der Reihe. Ein Schuss aus gut und gerne, ich würde fast sagen, 30 Metern, den Glinker noch parieren konnte. Das ließ sich schon mal gut an, denn es gab noch andere Chancen, die ich jetzt aber nicht einzeln aufzählen möchte. Nach einer halben Stunde stand es dann 1:0 für Union, nach dem der unermüdlich ackernde Biran im Strafraum umgerissen wurde. Sowieso musste man dem Referee Thomas Frank aus Hannover Respekt zollen, der diese Partie ganz souverän und abgeklärt leitete. Es war der Ball für „Patsche“. Und der verlud den Torwart geschickt – keine Mätzchen. Jedoch ändert dies nichts daran, dass der Gast ebenbürtig war und ebenfalls munter mitspielte.
Nach der Pause wurde die Schlagzahl nicht sichtbar erhöht. Allerdings tat sich wie so oft Marco Gebhardt hervor. Er inszenierte immer wieder Angriffe und gab dann auch die Vorlage zum 2:0, ebenfalls durch Patschinski erzielt. Das 3:0 fiel dann nach einer Standartsituation. Der Ball (ich glaube) ,wieder von Gebhardt getreten, landete auf dem Kopf eines Abwehrspieler und trudelte Richtung langen Pfosten, wo Biran stand und den Ball über die Linie köpfte. Das Spiel an sich war bereits mit dem 2:0 in der 60. Minute abgefrühstückt. Die Mannschaft hatte immer noch nicht genug, sondern spielte auf das 4:0 – das allerdings nicht wirklich konsequent. Oft war man in den letzten 5 Minuten in der Überzahl, spielt die Angriffe aber teilweise äußerst schlampig zu ende. In der 89. Minute war es dann wieder Nico Patschinski, der von Antunovic mustergültig angespielt wurde, der alleine vor dem Keeper auftauchte und den Ball gefühlvoll ins Netz hob.
Für den 1.FC Union war es der zweite „Heimsieg“ im zweiten „Heimspiel“. Die optimale Ausbeute, ganz im Gegensatz zu den Gästen, die ihre zweite 0:4-Pleite innerhalb von einer Woche einstecken mussten und den Saisonstart nach dem Auftaktsieg gegen die Stuttgarter Kickers getrost als gescheitert etikettieren dürften.
Auf Seiten des 1.FC Union stachen vor allem Marco Gebhardt und Patschinski hervor. So stehen nach den ersten vier Spieltagen auf teilweise völlig unbekanntem Terrain 7 Punkte auf der Habenseite – aufgeteilt in 2 Siege, 1 Unentschieden und eine Niederlage. Für Nico Patschinski war es ein stiller Triumph, denn nach Spielende wollte er sein Dreierpack nicht mehr in große Worte kleiden, sondern verschwand in den Katakomben des Jahn-Sportparks. Viel wurde über seine Personalie vor dem Punktspiel geschrieben, spekuliert und auch ein klein wenig Druck aufgebaut. Dem widerstand der Ex.-Bundesligaprofi scheinbar andeutungslos.
Schon am nächsten Samstag erwartet man im Jahn-Sportpark die Mannschaft von der Wupper aus Wuppertal gegen die die Bilanz noch recht ramponiert daherkommt. Auch dann wird Nico Patschinski wieder zum Einsatz kommen und seinen Kritikern eventuell wieder ein paar Argumente mehr für seinen Einsatz in der Stammelf liefern.
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