Sonntag, 3. August 2008

Standart ist Trumpf!

Union schlägt die Amateure aus dem Schwabenland (verdient)

Ein, trotz der über der Stadt hängenden Wolken, irgendwo idyllischer Augusttag in Berlin.
Zum Gastspiel des VfB Stuttgart II lud Union auch so ein bisschen zu einem inoffiziellen Gastspiel in den Jahn-Sportpark ein. Der Grund dafür ist bekannt, ebenso wie der Zeitplan, der vorsieht, dass das Heimspiel ab Mitte Oktober wieder im Stadion an der Alten Försterei ausgetragen werden kann. Doch am 2. August war also der Jahn-Sportpark in Prenzlauerberg die Heimspielstätte der Unioner, deren Fans der vorübergehende Umzug irgendwo doch zu schaffen machte, denn mehr als 5.100 fanden sich nicht ein, um das erste Aufeinandertreffen mit einer Mannschaft aus Stuttgart unter Wettkampfbedingungen zu besuchen. Eine Zahl, die insgesamt sicher nicht berauschend, aber gleichzeitig auch nicht enttäuschend zu bewerten ist. Nur vor dem Hintergrund, dass man mit 8.000 Fans pro Heimspiel im Etat kalkuliert, erscheint die Zahl als kontraproduktiv. Dennoch war ordentlich Stimmung im (im wahrsten Sinne des Wortes) weiten Rund. Die Gegentribühne war gut besetzt. Ließ man seinen Blick allerdings auf die beiden Kurven schweifen, so waren nur wenige Plätze besetzt. Es dominierte die bunte Beschalung der Sitzplätze im Stadion.
Einige TeBe-Jugendspieler verirrten sich wohl vorsätzlich (anders kann man sich die Aktion nicht erklären) in die Gegengerade, um dann entsprechend wieder in den Gästeblock transferiert zu werden. Eine Provokation war es alle Mal und sie war völlig unnötig.
Doch richten wir unser Augenmerk auf das Geschehen auf dem Rasen. Dies bot eine Union-Mannschaft, die wahrlich gut aufgelegt war. Man wollte den jungen Spielern aus Stuttgart das Spiel nicht überlassen sondern selbst möglichst schnell die Kontrolle übernehmen. Agieren, nicht reagieren – das schien die Devise. Und es zeichnete sich schnell ab, dass Marco Gebhardt, der bereits 35 Jahren auf dem Buckel hat, in diesem Spiel eine wichtige Rolle spielen sollte. Denn es dominierten die Standards und damit in einem Atemzug auch Union. Zum ersten Mal zahlte sich dies in der 23. Minute aus, als Gebhardt einen Freistoß wunderbar aus ca. 30 Metern in den Strafraum brachte, in den Ruprecht seinen über 1,90 Metern hinein sprang und wunderbar verwerten konnte. In der 35. Minute war es erneut ein Freistoß und der erneut starke Gebhardt, der einen weiten Ball in den Strafraum segeln ließ. Auch hier war ein Kopfball von Ruprecht / Stuff das Resultat, der allerdings auf der Latte landete und von dort ins Gewühl des Strafraums abtauchte. Und dort antizipierte Karim Benyamina im schnellsten und jagte den Ball aus 2 Metern ins Netz. Das Selbstvertrauen war zu spüren und die Gäste aus Baden-Württemberg waren nicht präsent genug. Oft inszenierte Marco Gebhardt die Angriffe. Musste diese aber abrupt abbrechen, da er läuferisch auf Grund seiner Lebensjahre nicht mehr ganz mit den nicht selten unter 20 Jährigen mithalten kann. Nichts desto trotz: Der Spieler schlechthin in den ersten 45 Minuten.
Aus der Kabine kamen die Stuttgarter Jungs mit ordentlich Dampf und Druck.
Union kam aus der eigenen Hälfte nur noch selten heraus und die Stuttgarter kamen zwar oft durchs Mittelfeld gepflügt. Jedoch kamen die Offensivaktionen oft vor dem 16-Meterraum zum erliegen. Und was dann doch mal den Weg in den Selbigen fand wurde von Jan Glinker aus der Luft gepflückt. Spielerisch boten die Stuttgarter also bis zu einem gewissen Punkt ansehnlichen Fußball. In der 69. Minute gab es dann aber einen Eckball von Dogen (inzwischen eingewechselt) getreten, der wieder perfekt getimt von Benyamina aufs Tor gekämpft wurde. Allerdings war Keeper Sven Ulreich (aus der ersten Mannschaft des VfB Stuttgart) noch am Ball. Die darauf folgende Ecke konnte Dogan sich jedoch als ersten Assist gutschreiben lassen. Denn diese fand den Kopf von Karim Benyamina schon wieder und von dort ging es ab ins Tornetz: 3:0. Das Spiel war entschieden. Nun konnte der VfB aber wenigstens für ein bisschen Ergebniskosmetik (was für ein Wort) sorgen, in dem er ein wunderbares Tor durch einen sehenswerten Schlenzer erzielte. Mehr war aber für die Schwaben an diesem Tag nicht zu holen. Wirklich nicht.
Somit ist die Auftaktpleite korrigiert, die Zuschauerzahl allerdings verspricht wenig Zuversicht. Nun gut, die dicken Fische gastieren noch, aber dort braucht man dann wieder eine fünfstellige Zuschauerzahl, um den Schnitt der letzten Saison zu topen. Durch die Modernisierung bzw. Sanierung dürften die Zahlen allerdings positiv beeinflusst werden. Dazu später mehr. Nun überlasse ich den Platz erstmal die Freunde über die Prämierenpnkte in der 3. Liga, wie sie ganz korrekt heißt.

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