Ein gepflegtes Unentschieden gegen die Eintracht aus Braunschweig bringt Union sportlich nicht weiter. Stellt aber auch keine Tragödie dar.
Am Ende tat der Extraapplaus von den Rängen von der Gegengerade den Spielern sichtbar gut. Auch im sechsten Ligaspiel in Folge baute der 1.FC Union seine Serie weiter aus. Er bleibt ungeschlagen – nur der erste Spieltag in München bildet dort eine Ausnahme. Schon in der 10 Minute konnten die Mannen um Uwe Neuhaus ihr Konzept über den Haufen werfen. Ein Ballverlust von Younga Mouhani im Mittelfeld brachte die Eintracht in eine gute Position, allerdings foulte Younga den Spieler ca. 25 Metern vor dem Tor von Jan Glinker. Normalerweise eine klare Angelegenheit, Freistoß. In diesem Fall kam Banser jedoch aus dem Hintergrund angeschossen und zog augenblicklich ab. Der Ball setzte tückisch auf und war somit für Glinker schwer zu halten. Das Ende vom Lied war das der Ball noch durchrutschte und von den Rängen heftiger Protest kam, da Schiri Thomas Metzen keine eindeutigen Gesten machte und die überwiegende Mehrheit (auch der Abwehrspieler) mit einem Freistoß rechnete. Verdutzt schaute man sich um, um 6 Minuten später fast ein Déjà-vu zu erleben, denn bereits da hatte Marcel Schied das 2:0 für Braunschweig auf dem Fuß. Scheiterte aber an Biran, der auf der Linie geistesgegenwärtig die Beine zusammen schob und damit das 0:2 verhinderte. Denn im März sah man sich zuletzt in einem Meisterschaftsspiel. Ebenfalls in Berlin und dort führte Braunschweig Union in der ersten Hälfte teilweise vor und ging mit einer 2:0 Führung in diem Kabine. Dieser Kelch ging diesmal an den Gastgebern vorbei, die bereits in der 20 Minute zum Ausgleich kamen. Ein Freistoß von Gebhardt gefährlich in den 16er gebracht, wo Ruprecht seinen Gegenspieler Schanda abschütteln kann und den Ball via Kopf querlegt. Plötzlich tauchen zwei Unioner völlig frei vor Keeper Fezic auf. Während Biran die Kugel verpasst, legt Dogan sich die Pille noch einmal vor und überlupft den herausstürzenden Torwart. Die Braunschweiger zeigten sich noch einmal vor Glinkers Tor, wie auch Union vor dem Gehäuse von Fezic. Birans Kopfball war ein dankbarer für den fast 2-Metermann zwischen den Pfosten.
Aus der Kabine kamen die Profis aus Köpenick mit einem anderen Gesicht. Sie drängten die Braunschweiger in die eigene Hälfte und bauten nun langsam aber stetig Druck, auf der in Torchancen mündete. Wie immer beteiligt dabei Marco Gebhardt, der z. B. bei der besten Möglichkeit für Union den Doppelpass inszenierte und die Vorlage gab. Der Abnehmer war Shergo Biran, der an klasse reagierenden Fezic scheiterte. Bereits zuvor konnte Patschinski eine Chance für sich verbuchen, die mit Glück geklärt wurde. Dem voraus gegangen war eine Flanke von Mattuschka, der sich wieder ins Team gewurschtelt hat und eine tragende Rolle spielt, so wie vor seinem Platzverweis im Spiel gegen Oberhausen. Union hatte jetzt deutlich mehr vom Spiel und ließ die technische Klasse auch ab und zu aufblitzen, für ein richtiges Drängen auf den Führungstreffer langte das allerdings nicht. Stattdessen kamen die Gäste durch einen Schuss aus der Drehung kurz vor Schluss noch mal zu einer tollen Szene, die Glinker mit einem tollen Hechtsprung entschärfen konnte. Gäste-Coach Thorsten Lieberknecht gab sich nach dem Spiel in der PK zwar versöhnlich mit dem Ergebnis, bezeichnete es auch als angemessen, fiel aber in den letzten Minuten durch pausenloses Protestieren und Gestikulieren auf. Dies veranlasste den Unparteiischen dem jungen Trainer einen Besuch an der Seitenlinie abzustatten, um ihn zur Ruhe zu mahnen. Wieder wurden Stimmen laut, dass man zwei Punkte „verloren“ hätte. Neuhaus frischte die Erinnerungen daran wieder auf, dass in der letzten Spielzeit vor allem solch enge Partien oft den Bach komplett hinunter gingen und diese Punkt am Ende sogar Gold wert sein kann – logisch. In einer Woche geht’s zum Auswärtsspiel zu den gebeutelten Jenaern nach Thüringen, ins Ernst-Abbe-Sportfeld.
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