Donnerstag, 30. Oktober 2008

Die schweren leichten Spiele

Der doppelte Benyamina.

Auch in Stuttgart trifft Karim wieder zweifach und erzielte Saisontore Nummer 6 und 7.Allerdings, das ganze nach 31. Minuten, wird diese 2:0-Fürhung schnell wieder hinfällig, da der Schiedsrichter, der Unparteiische, zwei Elfmeter innerhalb kürzester Zeit den Kickers aus Stuttgart zuspricht, die diese konsequent in Persona von Torjäger Vaccaro verwerten. Bis zur Pause ein relativ ausgeglichenes Spiel mit Vorteilen für die Kickers, die die dickeren Chancen verbuchen können. In der zweiten Halbzeit wiegt das ganze hin und her. Mattuschka mit einer tollen Chance, aber auch die Gastgeber stehen dem Spitzenreiter in dem Fall nichts nach. Bereits Minuten nach Wieder Anpfiff treffen sie die Latte, um eine Szene zu nennen. Letzter gegen Erster, nur, dass diesmal Union der Spitzenreiter ist.
Diese Situation gab es, nur mit umgekehrten Vorzeichen schon einmal, nur, dass Union im Herbst 2004, genauer gesagt am 13.11.2004, die Eintracht aus Braunschweig empfing und selbst im Abstiegssumpf steckte. Auch in diesem Spiel wurde anschaulich gemacht, wieso sie theoretisch beim Blick auf die Tabelle so einfach erscheinen, es in der Praxis aber gar nicht sind. Damals gewannen die Braunschweiger nur auf Grund dessen, dass Union selbst schwere Patzer ins Spiel einbaute. Der Siegtreffer durch Fuchs viel nach einem haarsträubenden Fehlpass von Boden in die Füße eines Angreifers der Eintracht.
Insgesamt war man damals, ich kann mich noch sehr gut an dieses Match erinnern, obwohl man in der Tabelle so weit unten stand, mindestens ebenbürtig. Es ist die Psychologie gewesen, von der man den Anschein hat, dass sie die Tabelle in den Köpfen der Spieler umdreht. Die Gäste waren nach dem Punktgewinn überglücklich und hatten wohl nicht mit solch intensiver Gegenwehr durch den abgeschlagenen Club gerechnet.
Und genauso stellte sich die Situation im Spiel gegen die Stuttgarter dar. Union kam als Tabellenführer und musste am Ende noch um den einen Auswärtspunkt zittern – verrückt. Allerdings spielte diesmal auch ein Referee eine – ganz vorsichtig formuliert – relevante Rolle, die es überhaupt erst ermöglichte, dass die Gastgeber ins Spiel kamen.
Denn der erste Elfer war einer der Marke „Kannst-du-geben-musst-du-aber-nicht“, was den Zweiten angeht, da waren sich selbst die Stuttgarter im Forum einig, schaut die Situation etwas anders aus. Die einen sprechen von Handspiel, die anderen von einem Schubser, den Younga seinem Gegenspieler Gambo mitgegeben haben soll, als Motiv für die Entscheidung des Pfeifenmannes. Warum er auf den Punkt zeigte wird wohl sein Geheimnis bleiben – leider.
Am Ende muss man der Truppe um Gebhardt Tribut zollen, dass sie nicht eingebrochen sind, denn gegen solche Tatsachenentscheidungen ist man machtlos, denn das Männchen im gelben Hemd hat immer Recht – die wichtigste Regel im Fußball. Insofern haben sich die Jungs prächtig geschlagen und das möchte ich bitte in Formvollendung und diesmal einem erfahrenen Referee (Kempter, Weiner oder die Gagelfrau), gegen Düsseldorf sehen. Da weiß man, dass ein verdammt dicker Brocken auf der Straße liegt, den es wegzuräumen gilt und wenn das glückt, dann kann man ganz entspannt die letzten Spiele im November und Dezember angehen. Und die zweite Saisonniederlage wird irgendwann sowieso kommen. Gesetz der Serie und so – aber bis dahin wird fleißig gepunktet!

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