Sonntag, 9. März 2008

Union spielt 2:2 gegen Braunschweig – auf den Rängen dominierte ein anderes Thema

Als Tabellenführer empfing der 1.FC Union am 25. Spieltag der Regionalliga Nord die Gäste von Eintracht Braunschweig, die mit ihrem Kader verheerend in diese Saison gestartet sind, nun aber wieder Tuchfühlung zu den so wichtigen Qualifikationsplätzen für die neue 3. Bundesliga aufgenommen haben. Außerdem kamen sie mit der Empfehlung von zuletzt 4 Siegen in Folge in das Stadion an der Alten Försterei, welches in den vergangenen Tagen schlagartig in den Fokus gelangte. Doch dazu später mehr in einem anderen Beitrag, nur so viel: Es war das Thema schlechthin auf den Rängen.
Wie zu erwarten war würde die Kulisse an diesem Tag deutlich üppiger ausfallen, als bei anderen Heimspielen, so wurde einem bei der Ankunft auch schnell klar, dass eine Menge Grüner abgestellt wurden. Dies nicht ohne Grund, denn die Braunschweiger hatten ca. 2.500 Schlachtenbummler mobilisiert, die, die mit den zwei Entlastungszügen aus Braunschweig anreisten wurden alle samt über die Straße an der Wuhlheide zum Wuhleeingang geleitet. Dafür wurden im ersten Schritt die Heimfans eingelassen, dann die gesamte Straße dicht gemacht für Heimfans und natürlich den zivilen Verkehr. Am Ende fanden sich 9.600 Zuschauer ein, um dem Spiel beizuwohnen. Sicherlich, wenn man die Hoffnung im Vorfeld dieser Partie als Relevanz heranzieht, nicht die Masse, die sich mancher ausmalte, aber immer noch eine Besucherzahl, die diesem Spitzenspiel einen würdigen Rahmen gab. Der Fokus der diversen Spruchbänder im Stadion, insbesondere derer des WS, lag natürlich auf dem geplatzten 1 €-Übernahmegeschäft für das Stadion an der Alten Försterei, was durch diesen Vorgang einen neuen Eigentümer bekommen hätte: Den Verein selbst.
Doch, wir springen schnell in die erste Hälfte, welche der Tabellenführer gegen den 12. platzierten in den ersten Minuten auch recht munter anging. Jedoch sollte dies sich schnell verflüchtigen. Nach 10 Minuten hatte Braunschweig das Spiel unter Kontrolle und spielte munter nach vorne. Das Ganze sah ziemlich gut aus, denn der Ball lief wie Öl durch die Reihen der Gäste, die erfrischenden Fußball zeigten. Schnell wurde das Mittelfeld überbrückt und die langen Bälle kamen nicht selten bei ihren Adressaten an und wurden von diesen gefährlich versucht zu verwerten. Bissiger, zweikampfwilliger und immer einen Schritt schneller – so präsentierte sich ein bis in die Haarspitzen motivierter Gast. Diese Einstellung sollte auch bald Früchte tragen. In der 19. Minute klingelte es folgerichtig zum ersten Mal im Kasten von Jan Glinker. Die gesamte, und wenn ich sage gesamte, dann meine ich wirklich die gesamte Abwehr, wurde von einem einzigen Braunschweiger genarrt, stehen gelassen. Tja, als der Herr Danneberg dann urplötzlich alleine von einem völlig verdatterten Glinker stand, sah er den wunderbar auf freier Flur stehenden Lars Fuchs auf links. So spielte er genüsslich quer, Glinker war zu diesem Zeitpunkt längst geschlagen. Fuchs machte ohne Mühe das 1:0. Kinder, da konnten einem ja die Haare zu Berge stehen…was für ein Abwehrverhalten, oder wie auch immer man das definiert. Nun schien die Mannschaft vollends den Faden verloren zu haben. Stuff und auch Schulz standen in der Abwehr komplett auf dem Schlauch und konnten ihre Gegenspieler absolut nicht binden, die ihnen immer wieder einteilten. Zu diesen zählten neben Fuchs auch Schembri, der immer wieder für große Gefahr sorgte. Dabei profitierten die Gäste von einer katastrophalen Fehlpassquote auf Seiten der Gastgeber. Oft wurde versucht klein-klein zu spielen, bei diesem Geschiebe verlor man oft die Kugel, die dann innerhalb von Sekunden von den Niedersachsen nach vorne getragen wurde. Wie soll ich bloß weiter machen, hm. Union hatte zwischendurch eine, allerdings eine verdammt dicke Chance. Bemben setzte sich auf der Außenbahn auf Grund eines einen schönen Tunnels durch, flankte mustergültig in den 16er, wo Heun (?) den Ball nicht über die Linie brachte, weil ein Braunschweiger den Ball in aller höchster Not retten konnte. Beim Versuch den Ball weg zuschlagen (?) spielte er seinem Keeper Horn den Ball direkt in die Hände. Nun gut, mancher Referee würde das wohl pfeifen, sind wohl grenzwertige Entscheidungen. Der gute Leiter dieser Partie, Michael Kempter, ein 25 Jähriger, der schon Bundesliga-Erfahrung besitzt, entschied in dieser Situation, ich denke zu Recht, nicht auf indirekten Freistoß. In der 42. Minute war es dann Lars Fuchs zum zweiten, der die Eintracht logischer Weise mit 2:0 in Führung schoss. Das alles nach einem Ballverlust von Spork im Mittelfeld, nach wunderbaren Pressing der Gäste. Fuchs lief in der 16 Meterlinie entlang, Göhlert konnte ihm nicht folgen, Fuchs zog nach 10 Metern aus 16 Metern ab und hämmerte den Ball rechts oben in den Torwinkel, aus vollem Lauf. Klasse war’s gemacht und entsprechend auch die Optik. Fast wäre vor der Pause noch das 0:3 gefallen. Hier war wohl mehr das Pech im Spiel, aus Sicht der Braunschweiger. Man, wie erleichternd war dieser Pausenpfiff. Es schien eine Erlösung zu sein, auch für die Profis in rot-weiß.
Aus Kabine in die zweite Halbzeit kamen die Unioner so denn wie ausgewechselt. Kinder, es entwickelte sich eine ganz andere Partie. Und vor allem der für Stuff gekommene dritte Stürmer Benyamina sorgte über die linke Außenbahn für gehörigen Alarm und könnte einige Male sogar durch gute Ballbehandlung gepaart mit der erforderlichen Sicherheit glänzen. Trainer Uwe Neuhaus setzte also auf Offensive, wollte das Spiel nicht schon verloren geben. Und es sollte sich auszahlen. Nach 52. Minuten traf Dustin Heun via Kopfball nach schöner Vorarbeit von Mattuschka zum 1:2. Der Anschluss war geschafft. Aber die Jungs, und das muss man unterstreichen gaben mächtig Gas. In der 54. Minute setzte sich Patschinski gegen zwei Braunschweiger durch, drang in den Strafraum ein und wurde durch einen Braunschweiger, der ihm von hinten in die Füße lief gelegt. Schiri Kempter zögerte keine Sekunde und entschied korrekt auf Strafstoß. Diesen sollte Adrian Horn, seines Zeichens Torhüter der Gäste, durch absolut provokantes Verhalten gegenüber dem Schützen Gebhardt, verzögern. Für seine Aktion sah er die gelbe Karte. Dann konnte der Strafstoß getreten werden. Und wie gewohnt, auch in dieser Drucksituation, verwandelte der Oldie im Team den Ball sicher im Kasten. Innerhalb von wenigen Minuten das Spiel ausgeglichen. Nun schien die Eintracht konsterniert und dies konnte Dustin Heun fast zum 3:2 nutzen. Gut wurde er angespielt, sperrte den Ball mit seinem bulligen Körper, und schoss aus der Drehung knapp am langen Torwarteck vorbei. Da fehlten die berühmten Zentimeter. Aber auch so war die Körpersprache eine ganz andere. Auf einmal waren die Gäste die, die reagieren mussten, denn Union baute kontinuierlich Druck auf. Bönig, sowie Patschinski kamen nochmals zu Chancen. Die Eintracht kam im zweiten Durchgang nur noch sporadisch zum Zug. Die Jungs aus Köpenick gingen das hohe Tempo der zweiten 45 Minuten bis zur letzten Sekunde und konnten verdient den Punkt sichern, denn in Hälfte zwei tat man einfach mehr fürs Spiel und konnte bereits früh ausgleichen, um sich in der Folge sogar noch mehr Möglichkeiten herauszuarbeiten.
Dass Union die Tabellenspitze verlassen musste ist hierbei Sekundär. Wichtig ist, dass der Abstand auf Braunschweig konstant ist und man nicht ohne Punkte aus diesem Spieltag geht, nach dem, was sich in der ersten Halbzeit abspielte. Die Moral in der Truppe stimmt und das macht Mut für die kommenden Aufgaben. Zunächst führt uns der Weg am 16. März zu unseren Nachbarn nach Potsdam Babelsberg, um dann eine Woche darauf den FC Rot-Weiß Erfurt zu Hause zu begrüßen.

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