Dienstag, 8. April 2008
Frühlingsgefühle
So oder so ähnlich lässt sich die Gefühlslage der Mannschaft und der Fans beim 1.FC Union in diesen Wochen wohl beschreiben. In der Liga setzten die Unioner ihren furiosen Lauf mit einem 1:1 gegen Erfurt zu Hause (22. März) und dem deutlichen 3:0 in Essen (6. April) fort. Damit bleibt die Aussage „ In der Rückrunde ungeschlagen“ im Bezug auf de Köpenicker weiterhin höchst aktuell. Schon 49 Mal klingelte es in der aktuellen Saison im Kasten des Gegners. Das bedeutet bereits jetzt eine Verbesserung des Wertes aus der Vor-Saison (45 Tore). Doch woher stammt dieser Erfolg bzw. wo liegt sein Ursprung? Vor einem Jahr lag Union ebenfalls sehr aussichtsreich platziert, was den Aufstieg in Liga zwei anging. Doch mit der Niederlage gegen Kiel am 4. April 2007 nahm das Unheil seinen Lauf und ein beispielloser Einbruch setzte ein, der kurz vor Ultimo dazu führte, dass Union sogar noch um den Klassenerhalt bangen musste. In diesem Jahr scheint jedoch alles anders, dies bestätigte der unerwartete Sieg gegen Rot Weiß Essen. Denn merke: Unter der Woche verloren die Berliner ihr Halbfinale im Berliner Pilsner Pokal nach Elfmeterschießen gegen Verbandsligist VfB Hermsdorf im eigenen Stadion. Dies hätte zu einer ziemlichen Stimmungsbremse mutieren und Mannschaften, deren Selbstvertrauen und Reifegrad nicht so ausgeprägt sind, ihrer Stärke rauben können. Nicht jedoch in diesen Tagen bei den Köpenickern. Selbst eine Riesenchance der Gastgeber am Sonntag bereits in der 3. Minute brachte die Mannschaft nicht aus dem Gleichgewicht. Vielleicht ist es auch dieser Mix zwischen Alt und Jung, der sich einfach perfekt die Waage hält. Wobei ich die These vertrete, dass vor allem die Alteingesessenen die Säulen dieser Mannschaft bilden. Zu diesen Zähle ich Bemben, Gebhardt und Patschinski. Spieler, die in ihrer Karriere schon viel erlebt haben und in höheren Spielklassen Stammspieler waren. Am meisten stach wohl Marco Gebhardt hervor, der sich seit Beginn der Saison immer weiter zu steigern scheint. Selbstredend sind Rückschläge nie zu vermeiden, aber dieser Mann ist eine der besten Verpflichtungen der vergangenen Jahre, was die Kontinuität angeht, mit der er seine guten (!) Leistungen angeht, abruft. Dazu kommen Akteure wie ein Torsten Mattuschka, der im Sommer seiner Karriere steckt. Und, nicht zuletzt gibt es in diesem Team wohl so was wie ein Wir-Gefühl und diesen unbändigen Kampgeist, den man z. B. beim Heimspiel gegen die Zweitvertretung von Werder Bremen in dieser Saison sehen konnte (2:0). Als Beleg dafür dienen sicher auch die Spiele gegen Braunschweig. Hierbei gilt es das Augenmerk auf beide Spiele zu richten. Diese konnten nur auf Grund des Kampfgeistes gedreht werden. Die Jung sind bereit auch mal längere Wege für einen anderen Kollegen zu gehen. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben, die es gewiss in sich haben werden. Jeder Erfolg tut dieser Mannschaft gut und beweist, dass Uwe Neuhaus, noch nach holprigem Beginn in der Kritik stehend, hier qualitativ hochwertige Arbeit leistet und die Spieler optimal und individuell perfekt einstellt. Nach diesem kurzen und kompakten Einblick der letzten Spiele, besonders des Jüngsten, lässt sich konstatieren, dass sich die Gefühlslage beim 1.FC Union immer mehr dem Klima anpasst: Es wird Frühling in Köpenick!
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