Eine Entscheidung ist schon gefallen: Mit dem Sieg in Verl (der übrigens der dritte Erfolg in Folge ist) hat der 1.FC Union Berlin das Ticket für die neue dritte Bundesliga gelöst, das offizielle Saisonziel also bereits drei Spieltage vor Ultimo erreicht. Hört sich alles relativ unspektakulär an, wäre da nicht dieser Traum, den viele hegten: Zweite Bundesliga. Nur zwei Punkte beträgt der Rückstand auf den zweiten Platz, der die Spielberechtigung für Liga zwei in der nächsten Saison bedeuten würde. Klar, dass da bei noch neun zu vergebenen Punkten noch mal alle Kräfte mobilisiert werden wollen. Gerade vor dem Hintergrund, dass mit dem 1.FC Magdeburg ein Zuschauermagnet am Samstag in Berlin erwartet wird. Zusätzliche Brisanz herhält die Partie durch den Umstand, dass es für die Bördestädter um alles, sprich um die Quali zur dritten Bundesliga, geht. Ein Punkt trennt sie zu Platz 10, was so kurz vor Ladenschluss doch schon eine Menge Holz sein kann, da man sich selbst wenn man ihnen erringen sollte, weiterhin auf höchstem Level bewegen muss, um nicht am Ende, den 31. Mai., nach 90 Minuten sich eventuell doch auf Viertligaboden zu kauern. Die ersten verloren bereits ihre Geduld. Hierbei handelt es sich um den Trainer von Eintracht Braunschweig, Benno Möhlmann, der nicht daran glaubt der Mannschaft noch entscheidende Impulse geben zu können. Deswegen bot er seinen Rücktritt an, dem der Verein dann auch nachkam. Union erwartet am 17. Mai weit über 10.000 Zuschauer an der Alten Försterei zum „Aufstiegsmärchen“, so will ich es mal formulieren. Ich nehme das Wort deswegen in den Mund, da man nun nicht mehr nach unten schauen muss, sondern sich voll und ganz auf die minimal Chance konzentrieren kann, doch noch auf den 2. Bundesliga-Express aufzuspringen. Auch ein Shergo Biran ist im Moment Garant und Sinnbild des Erfolgs beim 1.FC Union Berlin. Sicher, er ist der Verwerter…der Vollstrecker mit 4 Toren aus den letzten beiden Spielen. Jedoch, es stehen auch noch andere Namen, wie ein Gebhardt und Mattuschka hinter den Erfolgen, die man sich gutschreiben lassen kann. Alle samt Spieler, die ein Spiel entscheiden können. Doch gerade auch gegen Dresden überzeugte die Mannschaft als Kollektiv, auch wenn es in der Defensive weiter drückt. Es erleichtert zu sehen, dass nicht alles von einem Spieler abhängt.
Blickt man 3 Jahre zurück, lässt alles noch mal Revue passieren, dann sah man damals den 1.FC Union am sportlichen Abgrund. Man stand schon lange als Absteiger fest und es trauten sich nur noch ca. 2.000 – 3.000 Menschen an die Alte Försterei. Auch deswegen tut dieser Moment wohl jedem Unioner so verdammt gut. Die Mannschaft macht Spaß und spielt erfolgreich Fußball. Damit sind Rückschläge nicht ausgeschlossen (siehe Niederlagen gegen Bremen und Cottbus), aber die Wahrscheinlichkeit eine erfolgreiche Union-Mannschaft in Köpenick zu Gesicht zu bekommen ist hoch, um mich mal an die Worte von Ex-Trainer Frank Lieberam nach dem Spiel gegen den BFC Preussen (3:1) im Oktober 2005 zu lehnen.
Und auch das Stadion ist im Durchschnitt wieder gut besucht, auch wenn man keinesfalls unterschlagen sollte, dass man trotz allem immer noch unter dem Wert der Saison 06 / 07 liegt. Dieses Problemfeld wird wohl noch weiterhin bestehen bleiben und den „harten Kern“ beschäftigen.
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